Auch in HaMü blasen jedes Jahr die Narren zum Sturm auf die Ortsverwaltung. Ortsvorsteherin Trautwein musste sich auch dieses Jahr ergeben. Fotos: Oliver Gehrig

HARTENBERG-MÜNCHFELD – Das hatte sich Ortsvorsteherin Karin Trautwein (CDU) schön ausgedacht: Gemeinsam mit ihren „schwer bewaffneten“ Freunden wie ihrer Stellvertreterin Ann Kristin Pfeifer (Grüne) und Wilfried Jung (SPD), dem früheren Ortsvorsteher der Oberstadt, wollte sie ihre Ortsverwaltung HaMü gegen den Ansturm der Narren verteidigen. Doch all der Widerstand war letztlich umsonst: Karin Trautwein verlor die Schlüsselgewalt und so wird auch der Stadtteil HaMü bis Aschermittwoch von den Narren regiert.

Doch der Reihe nach: Mit energischem Poltern gegen die Außentür und einem vom Schützenverein abgefeuerten Böllerschuss begehrten die Narren Einlass. Dann zogen die Musikgruppen ein: „Amanda“ spielte das Musik- und Trommlercorps der Mainzer Ranzengarde, „O wie ist das schön“ die Haubinger und einige Fanfaren der Fanfarenzug „Die Lerchen“. Begeistert zeigte sich Moderatorin Monika Seib-Cembolista: „So zahlreich wie heute war die Musik selten.“

Dann folgte ein Wortgefecht mit der Lokalpolitik. Zur Ortsvorsteherin sagte sie: „Siehste auch wie e Prinzessin aus, du musst raus aus diesem Haus!“ Trautwein konterte: „Auch hier stehen Truppen zum Schutz von HaMü, die Schwerter geschärft schon in der Früh!“ Doch die Narren blieben unerbittlich: „Find‘ dich mit deinem Schicksal ab und halt jetzt endlich mal die Klapp‘!“ Um „Gemetzel“ zu vermeiden, gab Trautwein den Schlüssel ab und verteilte noch einige Orden: Der Damenorden der Stadt Mainz ging an Petra Hüttel, die den Sektstand organisiert, und die beiden HaMü-Orden gingen an Franz Odenbach vom Schützenverein und an Textschreiber Herbert Trautwein. Abschließend wurden die elf Paragrafen des närrischen Grundgesetzes verlesen, bevor es leckere Suppe für alle Narren gab.

 

 

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