OB Michael Ebling und Ortsvorsteherin Ursula Beyer enthüllten gemeinsam die neue Stele. Foto: Oliver Gehrig

OBERSTADT – Oberbürgermeister Michael Ebling und Ortsvorsteherin Ursula Beyer (beide SPD) enthüllten gemeinsam die neue Zahlbacher Stele an der Ecke Bretzenheimer Straße und Milchpfad, die an den benachbarten und noch vorhandenen Grenzstein aus napoleonischer Zeit erinnert. Dieser Grenzstein war 1805 nach einem kaiserlichen Dekret gesetzt worden, in dem die napoleonische Administration die lange Selbstständigkeit Zahlbachs aufhob und den Ort dem Mainzer Gebiet zuschlug. Der Grenzstein aus rotem Sandstein bildete eine deutlich sichtbare Markierung der Grenze und erhielt eine beidseitige Kennzeichnung: ein großes B für Bretzenheim und das Mainzer Rad für die Gemarkung Mainz. Diese beiden Markierungen sind auch heute noch erkennbar, wie OB Ebling überprüfte.

„Wir sind stolz auf unsere Geschichte“, betonte Ebling. Es gebe bereits rund 200 solcher Stelen in Mainz – Tendenz steigend. Einen besonderen Dank richtete er an Initiator Alfons Lautzi, die beiden Ortsvorsteherinnen Ursula Beyer und Claudia Siebner, die Mitarbeiter des Grünamtes, den mit der Koordinierung beauftragten Verein für Heimatgeschichte Bretzenheim und Zahlbach sowie die beiden Ortsbeiräte von Bretzenheim und der Oberstadt, die ebenso wie der Verein Finanzmittel zur Verfügung gestellt hatten. Im Beisein von rund 50 Geschichtsinteressierten und einiger neugieriger Schafe von der benachbarten Schafswiese überreichte er Ortsvorsteherin Beyer und dem Vereinsvorsitzenden Dr. Erich Zehnder je eine Urkunde für ihr Engagement.

Auf die Anfänge dieser Initiative vom 13. April 2012 ging Ortsvorsteherin Ursula Beyer ein. „Es bestand schon lange der Wunsch, unser wunderbares Kulturgut mit einer Stele sichtbar zu machen“, bemerkte sie und dankte den Ortsbeiräten für die Bereitstellung der Verfügungsmittel. Der Grenzstein gilt als eines der letzten Zeugnisse der napoleonischen Neuordnung. Erst die Eingemeindung Bretzenheims nach Mainz am 1. Januar 1930 beendete schließlich die 125 Jahre währende Trennung der beiden Nachbarorte.

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