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Unendliche Baustelle

Eine Dauerbaustelle ohne erkennbares Ende: das teilsanierte Bretzenheimer Rathaus. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Seit vier Jahren ist das Bretzenheimer Rathaus „An der Wied“ wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Das wurde jetzt in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates in der Lebenshilfe deutlich, in der Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) das Gremium über die neueste Entwicklung unterrichtete. Erst nach Abschluss der Planung und Erteilung der Baugenehmigung könne ein aussagekräftiger Realisierungszeitplan ausgearbeitet werden, teilte Grosse mit. „Die bereits erläuterte Änderung der Funktionsbereiche und die daraus resultierende Neuplanung sowie die Abstimmung mit den Nutzerinnen und Nutzern, dem Bürgeramt und der Denkmalpflege befinden sich derzeit in der Abschlussphase, sodass nach der Entwurfsfreigabe die Erstellung des Bauantrages erfolgen kann.“

Inzwischen seien die Untersuchungen und Planungen in vielen Bereichen durch das Planungsteam bearbeitet. Das seien die Bereiche Bodenuntersuchung, Historische Bestandserfassung, Objektplanung Gebäude, Planung der Barrierefreiheit, Vorgezogene Detailplanung, Planung technische Gebäudeausstattung, Aufzugsplanung, Tragwerksplanung, Bauphysik, Brandschutz, Abstimmung der Belange des Artenschutzes, Abstimmung der Belange des Denkmalschutzes. Neu hinzugekommen sei der Wunsch nach zusätzlichem Sonnenschutz in der Ortsverwaltung. Die Interims-Unterbringung der Ortsverwaltung in der Heinrich-Mumbächer-Schule stelle ohne Zweifel „eine herausfordernde Situation für alle Beteiligten“ dar, räumte Grosse ein.

Die Reaktion des Ortsbeirates zu diesem Dauerthema lag wie zumeist in den vergangenen vier Jahren zwischen Wut, Ärger, Unverständnis und Resignation über das sich hinschleppende Verfahren. „Die komplette Planung wird erneuert“, kritisierte Uwe Marschalek (FDP). „Die Verwaltung hat das fertiggebracht.“ Ortsvorsteherin Claudia Siebner (CDU) resümierte: „Es bleibt alles beim Alten – unten bleibt der Sitzungssaal und oben bleibt die Verwaltung.“ Sie habe sich den rund 150-seitigen Bericht der Verwaltung im Sommer zu Gemüte geführt. Siebner: „Wir hatten uns das anders vorgestellt. Es hat jetzt noch einmal ein Jahr gedauert. Aber es ist jetzt soweit abgestimmt, dass es in die Umsetzung geht.“

 

Autor: Oliver Gehrig

 

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