Die Rheinhessenstraße wird nicht ausgebaut, aber der Ebersheimer Knotenpunkt. Foto: Oliver Gehrig

EBERSHEIM – Die Rheinhessenstraße zwischen Hechtsheim und Ebersheim wird nicht vierspurig ausgebaut. Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) verweist auf das „Mobilitätsleitbild Rheinhessen 2040“, wonach die „konsequente Verfolgung der Klimaschutzziele auf Bundes- und Landesebene“ übergeordnet sei. Steinkrüger weist auf eine erwünschte Verlagerung der Pendlerströme auf den ÖPNV hin. Der Ausbau der Rheinhessenstraße für den Pendlerverkehr habe dagegen negative Auswirkungen auf den Klimaschutz, einhergehend mit erhöhten Emissionen und entsprechenden Klimaschäden. Die Verkehrsdezernentin bezog sich auf einen CDU-Antrag im Stadtrat aus dem Jahr 2017 zum Ausbau der Rheinhessenstraße und schickte ihre Antwort nun an den Ebersheimer Ortsbeirat.

Im Gremium sorgte diese Antwort bei einigen Fraktionen für Empörung. „Der ÖPNV ist ein großes Thema, weil die Busse ausfallen“, sagte Ortsvorsteherin Anette Odenweller (CDU). Die Bemerkung der Dezernentin, unnötiger Verkehr müsse vermieden werden, sei eine Respektlosigkeit. „Das möchte ich mal den Berufspendlern in Ebersheim, die keine Alternative haben, mit auf den Weg geben.“ E-Autos bräuchten die gleiche Verkehrsfläche wie Benziner, gab Torsten Schwarzer (CDU) zu bedenken. „Der vierspurige Ausbau ist eine Option, die wir weiter präferieren.“ Von einem „Antrag aus der Steinzeit“, der im Ortsbeirat nicht diskutiert worden sei, sprach Hubert Heimann (SPD). „Die Stadt Mainz macht es sich zu einfach, dann sollte wenigstens die Straßenbahn ausgebaut werden“, kritisierte Dieter Jung (FDP). „Diese Antwort ist eine Unverschämtheit.“ Anderer Meinung sind die Grünen. „Wir begrüßen diese Antwort“, sagte Ulrike Maier (Grüne). „Der CO2-Ausstoß ist nicht zurückgegangen.“

Ortsvorsteherin Odenweller teilte weiter mit, dass der lange geplante Ausbau des Ebersheimer Knotenpunktes am 18. Juli startet. Die Kreuzung ist am 23. und 24. Juli gesperrt, die Umleitungen sind ausgeschildert.

 

Autor: Oliver Gehrig

Teilen
Vorheriger ArtikelBlasmusik kann vielseitig sein
Nächster ArtikelWasser für Gonsenheim?
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.