Wo sollen die Fastnachtssitzungen stattfinden?, fragt der Ortsbeirat nach dem Aus für die Riedhalle. Archivfoto: Oliver Gehrig

LAUBENHEIM – Nach der Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen in der Riedhalle sorgt sich der Ortsbeirat weiter um den Kulturbetrieb im Ort und um künftige größere Veranstaltungen, die eigentlich in der Halle stattfinden sollten, wie etwa die Fastnachtsveranstaltungen der Ulker und der Schwarzen Gesellen. Die Antwort des zuständigen Sozialdezernenten Dr. Eckart Lensch (SPD) auf eine gemeinsame Anfrage der Fraktionen, die Verwaltung bemühe sich um Ausweichflächen und die Laubenheimer Halle sei aufgrund ihrer Infrastruktur mit ihrer Küche und ihren besseren Sanitäranlagen für Flüchtlinge besser geeignet als die ursprünglich vorgesehene Mombacher Sporthalle, sorgte im Laubenheimer Ortsbeirat für kollektives Kopfschütteln.

„Es geht nicht, dass wir keine Räume für unsere Fastnachtsvereine anbieten können“, schimpfte Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD). „Das kann die Stadt nicht mit uns machen.“ Von einem „Ausverkauf in Laubenheim“ sprach Gabriele Müller (Grüne). Es gebe keine ausreichende Transparenz. „Drei Dezernenten sitzen da und haben nichts anzubieten“, blickte sie zurück auf den Vor-Ort-Termin. „Die Bürger fühlen sich verschaukelt.“ Auch die Vereine fühlten sich vor den Kopf gestoßen, ergänzte Dr. Christian Hecht (FDP). „Diese Antwort der Verwaltung ist lächerlich und eine billige Ausrede. Mir fällt es schwer zu glauben, dass es in den vier Mombacher Hallen keine Küchen und keine Einrichtungen geben soll.“ Von einer „Katastrophe für beide Fastnachtsvereine“ sprach Norbert Riffel (CDU). Er bot an, auf seinem Reitplatz ein Zelt mit Heizung für die Sitzungen der Vereine zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung: Die Stadt übernimmt die Kosten. Riffel: „Wer zwei Millionen Euro für zwei provisorische Hallen ausgibt, kann auch 20.000 Euro für ein Zelt ausgeben.“ Ulrich Frings (ÖDP) gab zu bedenken, dass die fehlende Lüftungsanlage in der Riedhalle ein Problem für die Flüchtlinge sei. Unklar sei auch, wo die Alemannia-Weihnachtsfeier stattfinden soll.

 

Autor: Oliver Gehrig

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.