Impro-Theater Requisit unterstützt seit Jahren die Suchtprävention am Gymnasium Nieder-Olm. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

NIEDER-OLM – Eine der vielen Veranstaltungen des Arbeitskreises Suchtprävention führte ins Gymnasiu­­m Nieder-Olm. Im Rahmen der Aktionswoche „Quer durchs Leben“ schaute in der Schule das Improvisationstheater „Requisit“ aus Hattersheim bei Frankfurt vorbei. Seit Jahren ein gern gesehener Gast, wie Stefanie Fernandez, pädagogische und didaktische Koordinatorin am Gymnasium, erzählte. „Wir arbeiten in Kooperation mit der Beratungsstelle Reling mit dem Theater zusammen und schätzen die authentische ­Möglichkeit über das Thema Drogenmissbrauch ins Gespräch zu kommen.“ Mit der Kunst der Improvisation schienen die Schauspieler auch diesmal die Schüler der aktuellen Jahrgangsstufe neun zu erreichen.

Die Kommunikation gelang auf dem Frage-Antwort-Spiel: Die Künstler benutzten die Zurufe der Zuhörerschaft zu vorgenannten Nachfragen als Grundlage für eine Reihe von Schauspielsequenzen, die mit Emotionen und Charaktereigenschaften experimentierten.

Spontan dem Publikum entlockt, setzten die Episoden vorgeschlagene Gefühle wie Trauer, Missgunst, Eifersucht, Herzlichkeit, Arroganz, Neid oder Coolness ein. Hin und wieder klagen die Dialoge poetisch. Sie: „Ich will ans Meer“. Er: „Man will vieles im Leben. Das hier ist aber leider nur der Bus“. Die Szenen wirkten womöglich wie Lockerungsübungen, damit die Jugend unbefangen in die Gespräche im Anschluss an die Theateraufführung gehen und sich auf schwierige Themen wie Sucht und Drogen einlassen konnte.

„Das natürliche und unterhaltsame Herantreten an die Schüler baut Befangenheit ab. Zwischen den Darsteller und den Jugendlichen entsteht Nähe“, bestätigte Fernandez den Eindruck. „Gerade die Gesprächskreise in Abwesenheit der Lehrkräfte ermöglichen den Jugendlichen, ihre Fragen offen zu stellen und gemeinsam mit den Ensemblemitgliedern eigene Erfahrungen zu reflektieren.“

Die Schule setzt bei der Prävention auf Kontinuität. Sie wird in die Arbeit mit allen Jahrgangsstufen integriert, sagt die Pädagogin. „Unterschiedliche Angebote zur Stärkung der Resilienz kommen in den Stunden zum Sozialen Lernen, im Bereich der Medienerziehung oder in Workshops vor.“ Die Frage nach den Ursachen für den Griff zu einem Suchtmittel, legal oder illegal, sei bei der Vorbeugung immer die wichtigste. „Eine Sucht entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern meist schleichend, Risiken werden nicht selten heruntergespielt.“ Vermutlich wird das Hattersheimer Theater im kommenden Jahr erneut in der Selztalstadt vorbeischauen.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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