Beim Startschuss für die Dorfmoderation in Sörgenloch. Foto: privat

SÖRGENLOCH – In Sörgenloch machten sich die Bürger vor einigen Wochen auf die Suche nach der Vision für die Zukunft ihres Dorfes. Begleitet von Dorfmoderatorin und Geografin Natalie Franzen vom Geographischen Planungsbüro aus Gau-Odernheim trugen sie in einer Sitzung Anfang Oktober die Stärken und Schwächen, die Sörgenloch aus ihrer Sicht auszeichnet, zusammen – zugeordnet zu fünf Lebensbereichen.

Von jener ersten Begegnung im Vereinsheim habe sie einen vielversprechenden Eindruck gewonnen, sagte Franzen der Lokalen. „Die Motivation der Bürger empfand ich sehr positiv.“ Ein Vorteil des Dorfgemeinschaftslebens, den sie aus den Beiträgen herausgehört habe, lautete: Es sei sehr gut. „Viele Teilnehmer äußerten daher den Wunsch, es für die Zukunft weiterzuentwickeln.“ Man müsse sich neuen Entwicklungen und Herausforderungen stellen. Konkret sollen schon am Dienstag, 22. November, um 19 Uhr, die Arbeitsgruppen ihre Arbeit aufnehmen. Der Treffpunkt für die nächste Dorfmoderation ist das Rathaus.

Zu den Stärken der Dorfgemeinschaft rechneten die Teilnehmer die Hilfsbereitschaft sowie die Feste und die Willkommenskultur und Vereinsangebote und -struktur. Wobei im letzteren Fall die Bereitschaft zum Engagement im Vorstand auf der Schwächen-Seite auftauchte. Dem entsprechend tauchte als Chance die Verbesserung der Nachwuchs- und der aktiven Arbeit in den Vereinen. Handlungsbedarf sahen sie im Bereich der Informationspolitik.

Positiv im Lebensbereich Mobilität fiel die Busverbindung auf – bei der zugleich Nachbesserung gefordert worden war – sowie die Nähe zur Autobahn und die Radwegverbindung nach Nieder-Olm. Als Schwäche erkannt wurde der Durchgangsverkehr, geringe Nutzung von regenerativen Energien, Barrierefreiheit, und das ÖPNV-Angebot in den Abendstunden.

Hinsichtlich der Wohnangebote und der Versorgung bemängelten die Bürger das Fehlen einer Bäckerei und wünschten die Verbesserung der medizinischen Betreuung und gastronomischer Angebote. Positiv werteten sie die Nähe zum Ballungsgebiet, die Sicherheit, die Offenheit des Bürgermeisters, das Vorhandensein der Sporthalle, des Grillplatzes, der Gaststätte, des Vereinsheims, der Bücherei, des Jugendraumes und des Senioren-Treffs. Die Optimierung der Vernetzung und der Einkaufsangebote kam auf die Liste mit dem Handlungsbedarf neben der Stärkung der Zusammenarbeit der Generationen und Nachbesserungen bei personeller Ausstattung der Kita.

Im Lebensraum „Natur und Umwelt“ trumpfte die Gemeinde mit dem Rundwanderweg, der agrarischen Einbettung und der frisch renovierten Kirche. Auf der Negativ-Seite landeten der Friedhof und der Mangel an „Landwirtschaft zum Anfassen“.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.