Den Auftakt machten die Mundartisten der Schwarzen Gesellen. Foto: Oliver Gehrig

LAUBENHEIM – Das war ein toller Konzertabend für die gute Sache: Gleich vier Musikgruppen traten im ausverkauften katholischen Pfarrzentrum in Laubenheim für die Ukrainehilfe auf. Die 200 Zuschauerinnen und Zuschauer im Saal waren begeistert von der Veranstaltung, die Manuel Christ von der Privaten Musikschule Laubenheim in Zusammenarbeit mit den Fastnachtern der Schwarzen Gesellen Laubenheim und dem neu gegründeten Bodenheimer Hilfsverein „Nicht reden. Machen!“ auf die Beine gestellt hatte. Sie hatten neben ihrem Eintritt die Möglichkeit, weitere Gelder für diese Benefizaktion zu spenden. Und auch der Erlös aus dem von den Schwarzen Gesellen organisierten Getränkeverkauf fließt direkt an die Not leidenden armen Menschen in der Ukraine. „77 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder Krieg in Europa zu haben, hat uns alle schockiert“, sagte Veranstalter Manuel Christ zu Beginn. Umso wichtiger sei es, zu helfen und sich dennoch die Lebensfreude nicht komplett nehmen zu lassen. „Es ist ein Spagat, aber wir dürfen nicht in die Knie gehen vor den Kriegsverbrechern“, bekräftigte Bürgermeister Günter Beck (Grüne). „Wir müssen alles tun, um zu helfen.“ Und der Schirmherr der Veranstaltung, Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD), ergänzte: „Wir in Laubenheim stehen zu den Flüchtlingen aus der Ukraine.“ Er erinnerte an Geld- und Sachspenden, Gebete in der Kirche und die Hissung der ukrainischen Flagge auf dem Longchampplatz (wir berichteten).

Der Konzertmarathon startete mit dem Auftritt der Mundartisten Matthias Keil und Jens Teschner von den Schwarzen Gesellen Laubenheim, die Coversongs in rheinhessischer Mundart mit Gitarre und Ukulele zum Besten gaben. „Ajo“ lud zum Mitklatschen und Mitsingen ein, und aus „I’m a Believer“ von den Monkees wurde „Ich bin en Meenzer“. Dazu gab es die Hymne „Ich bin Laubenum“.

Die Kinderchöre sangen „Lieder, die wie Brücken sind“. Foto: Oliver Gehrig

Sehr gelungen war auch der Auftritt der beiden Kinderchöre der Musikschule. Die 20 kleinen Sängerinnen und Sänger schmetterten unter Leitung von Henriette Christ das Friedenslied „Lieder, die wie Brücken sind“ von Rolf Zuckowski. Gemeinsam sangen alle die deutsche Version von Bob Dylans „Blowin’ in the Wind“. Für die Begleitung sorgten die beiden Gitarristen Jens Mackenthun und Clemens Seibert von den „Humbas“.

Das Kammermusikensemble „Kamel“ brillierte mit „Chariots of Fire“. Foto: Oliver Gehrig

Es folgte das Kammermusikensemble Laubenheim „Kamel“. Die 18 Streicherinnen und Streicher brillierten mit „Chariots of Fire“ von Vangelis, „Only Time“ von Enya, dem Rockklassiker „Don’t stop believin’“ von Journey und dem Anti-Aufrüstungslied „99 Luftballons“ von Nena. Highlight war die gezupfte Version des „Harry-Lime-Theme“ aus dem Filmklassiker „Der dritte Mann“ mit Orson Welles.

Heidi Veit-Gönner und Sven Hieronymus stellten den Verein „Nicht reden. Machen!“ vor. Foto: Oliver Gehrig

Den Abschluss machten Thomas Neger und seine „Humbas“ mit ihrer Ballade „Im Schatten des Doms“ und weiteren Hits. Heidi Veit-Gönner und Comedian Sven Hieronymus stellten als Paten der Veranstaltung ihren Verein „Nicht reden. Machen!“ vor. Insgesamt 550 Paletten mit Arznei und Lebensmitteln seien bisher mit Lastern an die ukrainische Grenze gebracht worden. „Wir achten sehr darauf, dass alles eins zu eins in der Ukraine ankommt“, versicherte Hieronymus. Alle arbeiteten ehrenamtlich. „Peace for Ukraine!“

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.