Vor den Ausstellungstafeln des „Gartenschläfers“ eröffneten im Mainzer Umweltladen Maren Goschke, BUND Kreisgruppe Mainz-Stadt, sowie Julia Dreyer als Leitung des Projektes Gartenschläfer des BUND in Rheinland-Pfalz und Gründezernentin Janina Steinkrüger die erste von zwei Jahresausstellungen. Foto: Claudia Röhrich

MAINZ – Die Wanderausstellung „Gartenschläfer – Tier des Jahres 2023“ der Deutschen Wildtier Stiftung ist im Mainzer Umweltladen zu sehen. Der handgroße Nager trägt den Spitznamen „Zorro“ und gilt als stark gefährdet in der Roten Liste Deutschland. Wie der Gartenschläfer zu seinem Beinamen kommt, wieso er als stark bedroht gilt und wie wir ihn schützen können, erläutert die Ausstellung.

Der kleine Gartenschläfer ist durch seine schwarze Fellzeichnung um die Augen, seine „Zorro-Maske“, gut erkennbar, auch für einen buschig-behaarten Schwanz. Dieser kleine Verwandte des Siebenschläfers ist in Deutschland vor allem im Südwesten in urbanen Räumen zu Hause. Die Bestände des Gartenschläfers sind in den letzten Jahrzehnten kräftig zurückgegangen.

In vielen Regionen Deutschlands ist er bereits ausgestorben. Die Nager, die zur Familie der Bilche gehören, nennt man auch Schlafmäuse. Als Lebensraum nutzt er Hecken, strukturreiche Feldgehölze sowie Wälder mit hohem Totholzanteil. Im Siedlungsbereich kommt er auf Friedhöfen und Streuobstwiesen sowie in Kleingärten und naturnahen Gärten vor.

Da er ausschließlich nachtaktiv ist und darüber hinaus von Ende Oktober bis Ende April Winterschlaf hält, bekommt man ihn aber nur selten zu Gesicht. Durch das Insektensterben ist ein wichtiger Nahrungsmittelbestandteil immer weniger verfügbar. Durch intensivierte Forstwirtschaft und den Klimawandel hat sich der natürliche Lebensraum Wald stark verändert. Nahrung und Versteckmöglichkeiten für Gartenschläfer sind vielerorts rar geworden.

Auf den Schautafeln können Besucher des Mainzer Umweltladens alles über die niedlichen Schlafmäuse erfahren, darüber wie man diese im eigenen Garten fördern kann und welche Gefahren auf die kleinen Zorros lauern.

Seit 2018 erforschen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) gemeinsam mit hunderten freiwilligen Bürgerwissenschaftler zudem die Verbreitung und Lebensweise der bedrohten Schlafmaus. Anhand der Forschungsergebnisse entwickeln die Wissenschaftler deshalb aktuell ein Schutzkonzept, das sie in den kommenden Jahren umsetzen wollen.

„Der Gartenschläfer ist in vielen Regionen in Deutschland bereits ausgestorben“, erläuterte Umweltdezernentin Janina Steinkrüger. Julia Dreyer als Leitung des Projektes Gartenschläfer des BUND in Rheinland-Pfalz wusste, in Sachsen sei der Gartenschläfer nicht mehr nachweisbar, das sei alarmierend. Er sei ein Allesfresser, wenn der Mensch die Eichhörnchen füttert, dann fällt vom Futter immer etwas von ab.

Er fühlt sich in Rheinland-Pfalz pudelwohl. Aber nicht alle lieben das nachtaktive Tier. Auf Dachböden kann er einem die Ruhe rauben. Wer davon betroffen ist, sollte wissen, dass die Tiere geschützt sind.

Bis zum 22. Februar 2023 können Besucher dem Gartenschläfer noch auf die Spur gehen.

 

Autor: Claudia Röhrich

Teilen
Vorheriger ArtikelIn alten Zeitungen stöbern
Nächster ArtikelBischof Kohlgraf übernimmt politische Patenschaft
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.