Pfarrer Tobias Geeb im Advent mit einer Figur der Jesus-Kindes. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

HECHTSHEIM/EBERSHEIM – In den katholischen Kirchengemeinden in Hechtsheim und Ebersheim wird es an Weihnachten endlich mal wieder Angebote geben, wie man sie aus den präpandemischen Erinnerungen kennt. „Wir kehren zurück und es gibt keine Einschränkungen, außer dass es etwa kühl ist in der Kirche“, beschreibt der Pfarrer von Hechtsheim und Ebersheim, Tobias Geeb, das bevorstehende Weihnachtsfest, das zwar von Corona-Hindernissen befreit ist, aber in einem echten Problemjahr gefeiert wird. „Im Stall von Bethlehem gab es auch keine Heizung“, spielt er auf die Energiekrise an und beruhigt gleich alle, die Angst vor einer abgekühlten Kirchenbank haben. „Es wird nicht ganz so kalt sein, das geht gar nicht.“ Die Christen imitieren nicht die Geburt Jesu, sagt er. „Wir feiern, dass Gott in die Welt kommt.“

Mitten im Advent hofft der Pfarrer, dass Weihnachten wieder „normal“ wird. Damit alle unbedenklich am Reigen der Festivitäten teilnehmen können, kehren die Kirchengemeinden in Ebersheim und Hechtsheim zu den Zeiten und Angeboten, wie es sie vor Corona gegeben hat, zurück. Ja, sie legen einen drauf. „Beispielsweise wird es an Heiligabend eine zusätzliche Feier für die Kleinsten im Gemeindehaus um 15.30 Uhr geben, die das Team der Kleinen Kirche gestaltet.“ Die Familien können parallel dazu ab 15 Uhr einem Krippenspiel in der Kirche St. Pankratius beiwohnen. Um 17 Uhr beginnt dort die Familienchristmette und um 21.30 Uhr die musikalische Einstimmung auf die Christmette, die um 22 Uhr mit Gesang eröffnet wird. Beim feierlichen Hochamt am Ersten Weihnachtstag singt der Kirchenchor mit. „Die Menschen suchen förmlich nach einem Raum für die Festerfahrung“, schildert Geeb seinen Eindruck.

Ein ähnliches Programm erwartet die Katholiken in Ebersheim. Die Krippenfeier in der Kirche St. Laurentius beginnt um 16 Uhr. Anderthalb Stunden später feiert die Kirchengemeinde dort die Familienchristmette und um 22 Uhr die Christmette. Den festlichen Gottesdienst am Ersten Weihnachtstag gestaltet der Musikverein Lyra mit. „Gott kommt als kleines Kind in die Welt“, fährt Geeb fort und zitiert den Satz aus einem Krippenspiel, den das Jesuskind zum Weihnachtsbäumchen sagte, welches bedauerte, zu winzig für das Weihnachtsfest zu sein: „Schau, wie klein ich bin.“ Die Szene habe ihn ziemlich berührt, verrät er. „Wir sind nicht zu gering für Gott, der aus allen Scherben, die uns die Corona-Zeit hinterlassen hat oder die aktuelle Situation hervorbringt, ein neues Mosaik zusammensetzen kann.“

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.