Bischof Kohlgraf im Gespräch mit den Jugendlichen bei einer Podiumsdiskussion. Foto: Bistum Mainz

MAINZ – Etwa 50 Jugendliche, Vertreter der katholischen Jugendorganisationen und -verbände haben an der Corona-bedingt mehrfach verschobenen zweiten Jugendsynode in Mainz teilgenommen. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Bischöfliche Jugendamt Mainz (BJA) luden die Jugend zur zweitägigen Veranstaltung ein, die der Gottesdienst in St. Petrus Canisius in Gonsenheim eröffnete.

„Der Austausch und die Begegnung haben unheimlich viel Spaß macht“, berichtet Benedikt Kiefer. Ohne einen grundsätzlichen Optimismus würden die Teilnehmer an der Synode gar nicht teilnehmen, meint er zur Grundstimmung. In Workshops, Arbeitsgruppen und Gesprächsrunden sowie Diskussionen haben die jungen Christen über die Zukunft der Kirche mit Fokus auf die Jugend diskutiert.

„Es war sehr spannend, zu hören, wie es in anderen Winkel des Bistums den Jugendlichen ergeht und welche Haltungen andere zu bestimmten Themen einnehmen“, so Kiefer.

Persönlich habe ihn das Podiumsgespräch mit zwei Mitgliedern der Bewegung OutInChurch bewegt. Es sei unfassbar spannend gewesen, den Geschichten der Menschen zuzuhören, die sich geoutet haben, und ihre Erklärung zu vernehmen, warum sie der Kirche nicht den Rücken kehren, obwohl es schwierig für sie ist und warum sie dennoch ihre Berufung in der Kirche sehen.

Ihnen Fragen zu stellen und darauf ehrliche Antworten zu erhalten, ist sehr bewegend gewesen. Der Mut der Menschen im Podium, sagt Kiefer, sei genauso beeindruckend gewesen, wie deren Haltung, wonach der Glaube, der sie hält, berührt und bewegt, vielleicht getrennt von der aktuellen Kirchenlehre betrachtet werden kann oder muss, um nicht aus dem christlichen Gleichgewicht zu geraten.

Kiefer engagiert sich beim BDKJ, in der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und bei den Messdienern in seiner Heimatpfarrei. An Kritik sparte die Jugend nicht. „Da wir auch viele Probleme sehen, war es uns ein Anliegen, sie dem Bischof vorzutragen und bewusst zu machen, dass sich das unbedingt ändern muss.“ Beispielsweise, dass die Jugendlichen in ihren Pfarreien oft das Gefühl haben, ihre Arbeit werde nicht wahrgenommen oder gar verhindert.

Die Jugend wolle die Kirche mitgestalten und nicht von oben herab, sondern als Partner auf Augenhöhe behandelt werden, so Kiefer. „Da gibt es viel Potenzial nach oben und wir waren zusammengekommen, um das zu verändern.“ Rund drei Stunden Zeit nahm sich der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf für die jungen Katholiken. Einer der bischöflichen Statements: „Wichtig ist, dass es keinen Platz für Doppelmoral in der Kirche geben darf.“

Dazu Kiefer: „Ich glaube ihm, dass er an Austausch ehrlich interessiert war.“ Die eine oder andere Antwort von Kohlgraf sei durchaus aufschlussreich gewesen, findet Kiefer. Ein Beispiel: Gemeinsam mit Seelsorgedezernent Winfried Reininger verwies der Bischof darauf, dass es im Rahmen des Pastoralen Weges im Bistum in den 46 neuen Pastoralräumen jeweils verbindliche Ansprechpartner für die Jugendarbeit geben werde. Darüber hinaus seien Stellen für Jugendseelsorger in den künftigen vier Regionen des Bistums ausgeschrieben.

Ergebnisse erhoffen sich die jungen Katholiken gerade vom Pastoralen Weges. „Wir wollen uns überall von Ort positionieren und mitgestalten“, so Kiefer. Der Prozess sei ein „Mega-Projekt“, auf dem perspektivisch der größte Fokus der Jugendarbeit liegen werde. In Mainz können sich die jungen Gläubigen indes im Sommer auf das „granDIOS Festival“ freuen.

Am 9. Juli wird es in den Kirchen und Plätzen in Mainz eine Begegnungsmöglichkeit mit zahlreichen Workshops und einem Musikkonzert Jugendliche geben.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

Teilen
Vorheriger ArtikelMNC startet den #Schobbezug starten
Nächster ArtikelBildungspaten sollen unterstützen
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.