Das Spiel hat auch in der Kunst seinen Platz gefunden. Quelle: Pixabay.de

Poker wird häufig als Synonym für No Limit Texas Hold’em verwendet. In Wahrheit existieren dutzende verschiedener Poker Varianten. Draw Poker erlaubt es, Karten zu tauschen; Lowball-Varianten gestehen nur den schwächsten Händen den Pot zu. Jede Regeländerung verändert das Poker Spiel, und erfordert neue Strategien, um den Kontrahenten beizukommen.

 

1.Texas Hold’em

Seit einigen Jahrzehnten ist Texas Hold’em die Königsdisziplin. Die meisten Einsteiger, die zum ersten Mal Poker spielen, starten mit Texas Hold’em. Grund sind die eingängigen Regeln und der spannende Spielablauf. 2003 hat das World Series of Poker Main Event Chris Moneymaker zum Sieger gekürt. Dies sollte einen Poker-Boom auslösen, da sich Moneymaker als Amateur über ein Satellite-Turnier online für die WSOP qualifiziert hatte.

Hold’em wird zumeist im Format No-Limit gespielt. Dies räumt Spielern das Recht ein, zu jedem Zeitpunkt Einsätze in beliebiger Höhe zu platzieren. Texas Hold’em kann auch Fixed-Limit (mit vorgegebenen Einsatzgrößen) oder Pot-Limit (Einsätze dürfen maximal dem Betrag im Pot entsprechen) gespielt werden.

 

2.Pot-Limit Omaha

Pot-Limit Omaha ist nach Texas Hold’em eines der beliebtesten Poker Spiele. Was Omaha von Hold’em unterscheidet: Jeder Spieler bekommt vier Karten verdeckt ausgeteilt. Ziel ist es, wie bei Texas Hold’em, die beste Hand mit fünf Karten zu bilden. Allerdings sorgt eine Regel oftmals für Irritationen: Am Showdown müssen Spieler immer und ausnahmslos zwei Startkarten nutzen. Bei Hold’em Spielen steht es dem Spieler frei, bloß eine oder keine Hole Cards zu verwenden. Neben Pot-Limit Omaha existieren weitere Omaha Spiele. Zum Beispiel 5 Card Omaha, das fünf Hole Cards austeilt. Oder Omaha Hi-Lo, das die Hälfte des Pots der schwächsten Hand – sprich dem „Low“ – überlässt.

 

3.Seven Card Stud

Pokerkarte, Dealerbutton und Chips bestimmen das Spiel. Quelle: Pixabay.de

Seven Card Stud stellt den Spielern wie bei Texas Hold’em bis zu sieben Karten zur Verfügung. Allerdings gibt es keine Gemeinschaftskarten. Jeder Spieler bekommt eigene Karten, die zum Teil offen ausliegen, zum Teil verdeckt bleiben.

Bei Seven Card Stud haben aufmerksame Spieler mehr Informationen über abgeworfene Karten. Für klug gespielte Bluffs ist es unerlässlich, all diese Informationen bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.

 

4.Five Card Draw

Five Card Draw ist das älteste Poker Spiel. Zu Beginn einer Runde werden vor jedem Spieler fünf Karten verdeckt abgelegt. Aufgabe bleibt es, die beste Poker Kombination zu bilden. Oder: Alle anderen Spieler mittels Bluff zu zwingen, ihre Karten abzuwerfen. Bei Draw Poker Varianten haben Spieler das Recht, eine oder mehrere Karten neu zu ziehen. Wie viele Karten ausgetauscht werden dürfen, bleibt dem Spieler überlassen. Lediglich in Homegames ist es üblich, nicht mehr als drei Karten zu ersetzen.

 

5.2-7 Triple Draw

2-7 Triple Draw wird den Lowball Poker Varianten zugerechnet. An jeden Spieler werden jeweils fünf Karten verteilt. Der Name beschreibt zielgenau, was Spieler erwartet: 2-7 – genauer gesagt 7-5-4-3-2 – ist die beste Low-Hand; Triple Draw bezieht sich auf die Option, Karten insgesamt dreimal austauschen zu dürfen.

Die Karten machen den ersten Schritt. Quelle: Pixabay.de

Worüber neue Spieler bei 2-7 Triple Draw manchmal stolpern: Straights und Flushes werden als High-Hände gewertet. Außerdem zählen Asse als hohe Karten. Dies widerspricht den Regeln, die zum Beispiel bei Razz und anderen Lowball-Spielen gelten.

 

6.H.O.R.S.E.

H.O.R.S.E. ist keine eigenständige Poker Variante, sondern kombiniert Hold’em, Omaha Hi-Lo, Razz, Seven Card Stud und Stud Hi-Lo. Alle Varianten werden im Format Fixed-Limit gespielt. Nach einem Orbit oder einer bestimmten Anzahl gespielter Hände wird zum nächsten Spiel gewechselt. Bei den Hi-Lo-Spielen ist anzumerken, dass Low-Hände nur gültig sind, solange alle Karten der Kombination den Wert 8 oder niedriger aufweisen. Asse zählen bei diesen Spielen niedrig.

 

Seinen Hauptauftritt hat H.O.R.S.E. bis 2009 jährlich bei der Poker Player’s Championship in der Glücksspielmetropole Las Vegas gefeiert. Seit 2010 wird das Turnier als 8-Game, 9-Game oder sogar 10-Game ausgetragen. Bei diesen Turnieren haben nur vielseitig aufgestellte Spieler eine Chance auf die Siegprämie.

 

7.Razz

Razz ist der Gegenentwurf zu Stud, ließe sich treffend als Seven Card Stud Lowball bezeichnen. Grundsätzlich folgt Razz dem Spielablauf einer Runde Stud. Am Showdown hat jeder Spieler, der sich noch in der Hand befindet, drei verdeckte und vier offen sichtbare Karten vor sich liegen.

Am Showdown zählen Asse niedrig; Straights und Flushes werden bei Razz ignoriert. Wheels – 5-4-3-2-A – stellen demnach die beste Hand dar. Gelegentlich wird Razz ähnlich wie 2-7 Triple Draw gespielt. Dies kehrt die Regeln um: Asse werden hoch gewertet, Straights und Flushes nachteilig ausgelegt. Die beste Hand wäre nun: 7-5-4-3-2 (ohne dass sich ein Flush bildet).

 

8.Short Deck

Short Deck wird ähnlich wie Texas Hold’em gespielt, entfernt aber die 16 niedrigsten Karten (2, 3, 4 und 5) aus dem Deck. Aus diesem Grund wird Short Deck Six-Plus Hold’em genannt. Flushes kommen seltener zustande und stehen deshalb über Full Houses. Anfänglich war es auch üblich, Drillinge über Straights zu erheben.

Am Ende zählt die Anzahl der Chips. Quelle: Pixabay.de

Vor allem im asiatischen Sprachraum ist Short Deck Hold’em populär. Bei den Events der Triton Poker Series werden stets mehrere Turniere im Modus Short Deck abgehalten.

 

Poker ist facettenreich

Die meisten Spieler sind lediglich mit Texas Hold’em vertraut. Es lohnt sich aber, über den Tellerrand hinauszublicken und andere Varianten auszuprobieren. Dies schärft den Poker-Verstand und verhindert, einem Trott zu verfallen.

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