Der mittlere der drei Kinderchöre in Gau-Algesheim beginnt die erste Probe des Jahres 2023 mit der Stimmübung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

GAU-ALGESHEIM – In Gau-Algesheim singen die Kinder offenbar sehr gerne. Kaum hat das neue Jahr begonnen, sitzen etwa ein Dutzend von ihnen im Alter von vier bis sieben Jahren bei der Kinderchorprobe, die im nigelnagelneuen Familienzentrum jeden Dienstag um 16:15 Uhr beginnt. Chorleiterin Marina Herrmann freut sich über alle, die nach der Pause wiederkommen und alle, die zum Schnuppern vorbeischauen.

2015 scharte Herrmann ein Dutzend Kinder um sich, um mit ihnen einen Kinderchor in der katholischen Pfarrei St. Cosmas und Damian zu gründen. Sieben Jahre später inklusive der widerspenstigen Corona-Unterbrechung schickt sie sich an, eine dritte Kinderchorgruppe zu etablieren. Etwa 55 Kinder singen mittlerweile mit. Herrmann hat sie wohl mit dem Notenschlüssel verzaubert. Oder – weniger pathetisch – ihnen eine auf sie gut zugeschnittene Freizeitgestaltung angeboten.

Jedenfalls füllt sich alsbald nach der ersten Probestunde der Raum im Familienzentrum erneut, diesmal mit etwas größeren Kindern. Die Chorleiterin begrüßt die bekannten aber auch einige neue Gesichter. „Jetzt seid ihr die Älteren“, sagt sie zu den zweit-, dritt und Viertklässlerinnen. Zwei Mädchen lachen: „Endlich“. Den Sitzhalbkreis im geräumigen Proberaum mit hoher Decke ziert ein Klavier. Den Kindern macht das Singen Spaß, was sie gerne für die Fotoaufnahme unter Beweis stellen.

Doch jetzt kommt’s. Seit diesem Jahr bietet Herrmann Chorstunden auch für den musikalischen Nachwuchs ab der 5. Klasse aufwärts an. „Jeden Dienstag ab 18 Uhr im Anschluss an die beiden anderen Proben. Zur ersten Stunde des neuen Jugendchors erscheinen zehn Kinder, ein paar von ihnen sind aus dem mittleren Chor aufgestiegen. „Ich hoffe, dass viele von ihnen bleiben.“ Aber auch noch weitere Interessenten dazu kommen. Ein bisschen Werbung brauche sie noch, schmunzelt die Chorleiterin. In ihrem Konzept baut vieles aufeinander auf. „Vor allem über die Stimmbildung.“ Die Kinder entdecken das Organ auf spielerische Weise.

Mit einigen Körper- und Stimmübungen, die wie das Aufwärmen beim Sport wichtig sind,

gehen die Proben los. „Dann singen wir die Stücke, die die Kinder schon gut kennen und lernen mindestens ein neues Stück pro Woche kennen.“ Mit der Zeit werden die Lieder schwieriger. „Mit den älteren Kindern singen wir auch mehrstimmig.“

Neben Stücken mit christlichem Repertoire, das die Kinder oft im Gottesdienst präsentieren, will Herrmann mit dem Jugendchor ein paar Pop-Songs in Englisch einüben. „Das ist wichtig für die Jugend.“ Deutsche Lieder wie „Applaus, Applaus“ von Sportfreunde Stiller oder „Auf uns“ von Andreas Bourani, haben die Kids schon drauf.

Wichtige Unterstützung bekommt die Musikpädagogin für ihre Chöre bald von einem Förderverein, dessen Gründung für den 9. Februar geplant ist und der nächste Auftritt der vereinten Chöre ist auch nicht mehr weit: im Gottesdienst in der katholischen Kirche in Gau-Algesheim am 26. Februar. Ohne den Jugendchor singen die Kinder auch bei der Kindersitzung des Carnevalvereins Gau-Algesheim am 4. Februar.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.