Die neue Fahne vor Mainzer Stadthaus in der großen Bleiche. Foto: Claudia Röhrich

MAINZ – Die Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat Brauch. Die Flaggen aber sind im Jahr 2022 neu gestaltet worden. Gehisst wurden sie von Bürgermeister Günter Beck und Vertreterinnen von Frauenorganisationen.

„Die Stadt Mainz zeigt Flagge gegen Gewalt, ein symbolischer Akt auf internationaler Ebene. Im Pavillon in der Ludwigstraße befindet sich zum Thema eine Ausstellung“, sagte Beck.

Eva Weickart vom Frauenbüro betonte: „Wir sind bemüht, die Istanbuler Konventionen umzusetzen.“ Die Konvention ist das internationale Abkommen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Sie deutet Gewalt gegen Frauen und Mädchen als Menschenrechtsverletzung und als Zeichen der Ungleichstellung von Frauen und Männern“.

Seit Februar 2018 ist die Vereinbarung in Deutschland bestehendes Recht und gibt Impulse für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf allen behördlichen Ebenen. Es seien aber noch einige Schritte erforderlich, damit aus den Anforderungen der Konvention restlos ein städtisches Programm werden könne, so Beck.

Fahnenaktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen mit Bürgermeister Günther Beck (Grüne) und Mitgliedern des Arbeitskreises Gewalt an Frauen und Kindern sowie dem regionalem runden Tisch Mainz und Mainz-Bingen. Foto: Claudia Röhrich

Als Motiv der neuen Fahnen diente eine Fotocollage der freischaffenden bildenden Künstlerin Bianca Wagner aus Mainz, die sie 2021 zu einem Fotowettbewerb des Frauenbüros eingereicht hatte und damit den 1. Platz belegte. Gesucht wurden ausdrucksstarke Motive gegen Gewalt an Frauen, festgehalten aus der ganz persönlichen Ansicht der Fotografinnen. Mit dem Bild „laut, wild, frei“ war es ihr gelungen.
„Wenn wir sagen, Mainz gegen Gewalt an Frauen, dann heißt das auch, dass wir nicht nur die Mainzerinnen damit meinen, sondern alle Frauen, die Tag für Tag zu spüren bekommen, wie unfrei ein Frauenleben sein kann“, so Bürgermeister Beck. „Es geht uns auch um die Solidarität mit dem Kampf der Frauen im Iran, in Afghanistan und in den vielen anderen Ländern, in denen Frauenunterdrückung Alltag ist. Frauenrecht sind universelle Menschenrechte.“

Dass aber auch Mainz für Frauen keine gewaltfreie Region ist, machten das Frauenbüro und die Vertreterinnen von Solwodi e.V., der Frauennotruf Mainz, dem Frauenhaus, der pro familia Mainz und der städtischen Stelle für Gesundheitsförderung deutlich.

„Aus gutem Grund beteiligen wir uns seit mehr als 20 Jahren am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, um auf alle Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Auch hier in der Stadt erleben Frauen und Mädchen von Männern ausgeübte Gewalt. Und das wollen wir auch deutlich beim Namen nennen“, betonte das Frauenbüro.

 

Autor: Claudia Röhrich

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.