Start Drais Lebensmittel müssen gerettet werden

Lebensmittel müssen gerettet werden

Drais – Die Berichterstattung zum Thema „Foodsharing“ durch Helen Chudzinski, Mainzer Betriebsverantwortliche des Foodsharing-Netzwerks, beschäftigte den Ortsbeirat. Foodsharing ist eine sehr spannende Initiative für einen Wegwerfstopp von Lebensmitteln. Anschließend wurde das Prinzip von Foodsharing geklärt. Die Initiative wirkt derzeit mit 8710 Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Foodsaver holen zusammen mit Doodsharern (Tragehilfen) Lebensmittel direkt in den Betrieben ab, die nicht mehr veräußert werden können. Diese Produkte landen sonst im Müll. Die Waren sind manchmal etwas fehlerhaft und nicht mehr ganz frisch, aber munden noch gut. Fürs schnelle Verkochen sind sie perfekt geeignet. „Wir gehen dahin, wo die Tafel nicht hingeht. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden weltweit vernichtet. „Wir tun alles mit dem Ziel, die Lebensmittelverschwendung zu mindern. Mit frischen Ideen ran ans Werk“, sagte  Chudzinsk.

Die Lebensmittelretter stückeln die errettete Ware gerecht unter sich auf. Werden bei einer Rettungsaktion (Abholung) mehr Produkte erstanden als die Mitglieder selbst konsumieren können, werden die Lebensmittel noch zugeteilt. In erster Linie an notleidende Personen. Auch an das eigene Umfeld, also Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn. Einerlei an wen; Hauptsache die Lebensmittel landen nicht in der Tonne.

Ferner gibt es 930 sogenannte Fairteiler, öffentlich erreichbare Kühlschränke und Lagerräume zum gemeinsamen Teilen, wie es zum Beispiel in Mombach der Fall ist. Hier kann jeder sich Verschiedenes rausnehmen oder restliche Waren von Abholungen hinschicken. Diese Fairteiler werden von Foodsavern und von Foodsharern betreut.

Dr. Matthias Dietz-Lenssen (SPD): „Die Zahlen waren wenige, aber wenn, waren sie prägnant.“ Er wollte speziell zur Verschwendung der Lebensmittel im Privathaushalt noch Zahlen haben. Thomas Nikolaus (CDU) fragte: „Sie gehen in die Schulen und klären darüber auf?“ – „Ja, peu à peu, wir sind nämlich alle Ehrenamtliche“, so Chudzinsk.

Dr. Jürgen Witt (FDP): „Lebensmittel nach Verfalldatum können Sie nicht bei der Tafel abgeben. Es ist ein Lernprozess auf allen Ebenen.“ Erika Best (CDU) berichtete von ihrer Zeit bei den Landfrauen: „Wenn wir etwas übrig hatten, dann war es rein rechtlich nicht möglich, etwas davon abzugeben.“

 

Autor: Claudia Röhrich

 

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.