Immer noch protestieren Bürger gegen den genehmigten Hochhausbau. Foto: kga

HAMÜ – Wenn im Stadtteil Hartenberg-Münchfeld die Ricarda-Huch-Straße erwähnt wird, lässt das bei manch einem die Zornesröte ins Gesicht steigen. Zorn auf die Stadt, die 2020 eine Baugenehmigung erteilt hat, und Zorn auf den Bauherrn und Investor. Letzterer darf auf dem unmittelbar an den städtischen Spielplatz und an das Gelände der Kita St. Evangelist angrenzenden Grundstück ein achtstöckiges Wohnhaus errichten. Laut Bürgerinitiative wird das 24,5 Meter hohe und 29 Meter breite Bauvorhaben Spielplatz und Kita komplett in den Schatten legen. Der Ortsbeirat und die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von der Stadt hintergangen, weil sie bei der Frage nach der Baugenehmigung kein Mitspracherecht hatten.

Jetzt versammelten sich Mitglieder des Ortsbeirats, der Bürgerinitiative, Eltern und ihre Kinder sowie Anwohner auf dem Spielplatz, um ihren Protest gegen den Bau kundzutun. Auch der parteilose OB-Kandidat Nino Haase war erschienen. „Ich geh’ mit meiner Laterne“, nach der Melodie des Kinderliedes sangen die Protestler „Wir wollen hier kein Hochhaus, ein Hochhaus wollen wir nicht.“ Eine Handhabe gegen den Bau gebe es nicht, alles sei rechtens- „Aber die Nachbarschaft wurde an die Wand gefahren“, beklagte CDU-Ortsbeiratsmitglied Jutta Lukas. Ihr habe Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) erklärt, der Protest sei sinnlos. Doch worum es den Gegnern des Baus weiterhin gehe sei, dass wenigstens Kompromisse gefunden werden. Der Erhalt der Bäume direkt an der Grenze zum Baugrundstück sei gefährdet. Ein starker Rückschnitt, damit die Baugeräte auf der Baustelle Platz haben, sei beabsichtigt, der könne auch tödlich für die 50 Jahre alten Bäume sein. Entrüstet reagierten die Protestler, als BI-Sprecherin Janine Spennemann berichtete, dass die Ricarda-Huch-Straße für die Baufahrzeuge zu eng sein könnte und deshalb eine Zufahrt zur Baustelle von der Straße „An der Allee“ durch die Grünanlage ins Auge gefasst werde.

Alle wissen, rechtlich sei gegen das Bauvorhaben nichts zu machen. Das Grundstück liege außerhalb des städtebaulich beplanten Bereichs und eine Erstellung eines Bebauungsplanes zur Sicherung der vorhandenen Strukturen in diesem Bereich sei nicht zielführend, Denn sie hätte die Baugenehmigung nicht verhindert.  Spennemann sieht dennoch Chancen. „Der Investor will so nahe an die Grenze bauen, dass er für seine Baugeräte keinen Platz auf dem eigenen Gelände hat.“ Deshalb habe er bereits eine Anfrage ans Liegenschaftsamt gestellt, wonach ihm erlaubt werden soll, vom Grundstück des Spielplatzes aus seine Baustelle zu „bearbeiten“. Wenn er den gewünschten Platz dafür nicht bekommt, kann er vielleicht zum Bau eines kleineren Hauses gezwungen werden“, sprach Spennemann die Hoffnung aller aus.

 

Autor: kga

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