Das brave, gescheckte Pferd trug geduldig Sankt Martin durch Drais. Foto: Claudia Röhrich

DRAIS – Etwa hundert Kinder hatten sich mit Eltern oder Großeltern im katholischen Gotteshaus Maria Königin versammelt, um vor dem traditionellen Laternenumzug einer modernen und kindgerechten Version der Martins-Geschichte zu lauschen. In einer ökumenischen Andacht erfuhren alle, dass wir das Martinsfest feiern, um die Liebe an andere Menschen weiterzugeben.

Selbst gebastelte Laternen waren eine Bereicherung im Draiser Zug. Foto: Claudia Röhrich

Hunger und Kälte tun weh. Sankt Martin war zunächst Soldat und später sogar Bischof gewesen. Am 11. November wird der Namenstag des französischen Bischofs in Form traditioneller Martinsumzüge gefeiert. In Drais und anderen Ortsteilen waren am Martinstag Hunderte Kinder mit ihren Laternen unterwegs, um die traditionellen Lieder zu singen und so an die Legende des barmherzigen Heiligen zu erinnern, der einst ohne zu zaudern seinen Mantel in einer bitterkalten Nacht mit einem frierenden armen Mann geteilt hatte. St. Martin hoch zu Ross: Mit Helm und rotem Mantel hat eine Reiterin, in der Rolle des Heiligen Mannes auf ihrem Schecken, am Freitagabend den ökumenischen Draiser St. Martinszug angeführt. Für Sicherheit am Zugweg sorgten junge Mitglieder der Einsatzmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Drais, die mit Hilfe des Mannschaftswagens und Einsatzkräften zu Fuß den Individualverkehr von der bekannten Route fernhielten. Als Sankt Martin mit rotem Mantel dann mit seinem Pferd und Pferdeführer eintraf, gab es für die Kinder kein Halten mehr. Fröhlich wollten alle mit ihren selbst gebauten Laternen der Reiterin über den Weg laufen in Richtung Schulspielplatz. Das Hintere des Pferdes wurde dieses Jahr mit eine Seil abgesichert, damit man ihm nicht zu sehr auf die Pelle rücken konnte. Die Kinderschar nebst Eltern, Verwandten und Freunden ging singend durch die Straßen und brachte mit ihren bunt leuchtenden Laternen helles Licht in die Finsternis dieses ansonsten tristen Novemberabends.

Die Draiser Jugendfeuerwehr sicherte mittels Absperrtauen das Martinsfeuer. Foto: Claudia Röhrich

In ihren Gruppen hatten sich die Kindergartenkinder in den vergangenen Wochen auf die Martinsfeier vorbereitet, indem sie eifrig bunte Laternen gebastelt und fleißig Martinslieder geübt haben. Heraus kamen dabei wunderschöne Einzelstücke. Währenddessen waren Mitglieder der Einsatzmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr dabei, das Martinsfeuer auf dem Spielplatz zu entfachen und durch die Jugendfeuerwehr mittels Absperrtauen zu sichern. Dort sammelte sich die große Gruppe, um am traditionellen Martinsfeuer gemeinsam Martinslieder zu singen. Begleitet von den Bläsern und Trommlern der Freiwilligen Feuerwehr Drais sorgte die Kirchenmusik für eine festliche Stimmung. Anschließend schenkte der katholische Kindergarten „Maria Königin“ heiße Getränke aus und bot einen kleinen Imbiss an. Die Besucher wurden gebeten, Tassen mitzubringen. Währenddessen die Feuerwehr den Brandherd im Auge behielt, fachmännisch löschte und die Spuren beseitigte.

 

Autor: Claudia Röhrich

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.