Zum Thema Energiewende begrüßte Edgar Kalberlah (rechts) Prof. Gunter Schaumann (Mitte) und Volker Hans. Foto: Oliver Gehrig

FINTHEN – Der notwendige Ausbau der regenerativen Energien stand im Fokus eines Vortragabends des Fördervereins Ratsherrn und Ratsfrauen des Fastnachts- und Brauchtumsvereins Finther Freiherrn und Freifrauen im Atrium Hotel Finthen. Vorsitzender Edgar Kalberlah begrüßte rund 40 Gäste, darunter die beiden Referenten, den auf dem Energiesektor anerkannten Wissenschaftler Prof. Gunter Schaumann sowie den Solarpraktiker und Mainzer Fördermittel- Dezernenten Volker Hans (FDP). „Energie ist ein weltbewegendes Thema, wir bieten ein Forum“, betonte Kalberlah.

Umfangreiche Statistiken hatte Prof. Schaumann mitgebracht, der herausstellte, dass fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas zusätzliches CO2 verursachen. Deutschland habe einen Anteil von „nur“ zwei Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen. „Wir können mit unseren Maßnahmen das Weltklima nur minimal beeinflussen“, betonte Schaumann. Er erwähnte das weltpolitische Ziel, die globale Erderwärmung bis 2051 auf maximal 1,5 Prozent zu begrenzen. „Da müssen wir viel tun, die Zukunft gehört den regenerativen Energien.“ Sinnvoll seien etwa Wärmepumpen für den eigenen Haushalt anstelle Öl- oder Gasheizung, etwa eine Erdwärmepumpe, eine Luftwärmepumpe mit PV-Anlage und Stromspeicher, eine Holzpallet-Heizung oder eine Brennstoffzellenheizung.  „Nehmen Sie eine Fotovoltaikanlage aufs Dach und nehmen Sie einen Speicher dazu“, empfahl Prof. Schaumann. In keinem anderen G-20-Staat sei der Strom so teuer wie in Deutschland. Er riet daher, möglichst viel eigen erzeugten PV-Strom selbst zu verbrauchen.

Einblicke in die Praxis gab Volker Hans. Er empfahl, im punkto Fotovoltaik Fördermöglichkeiten abzuklopfen, mit dem Steuerberater zu sprechen und den eigenen Versicherungsstatus zu klären. Dachsolar, Solar-Carport, Balkonsolar, Fassadensolar und Solarthermie: Einsatzmöglichkeiten gebe es viele. Aktuelles Problem seien die lange Wartezeiten auf die eigene Solaranlage von bis zu einem Jahr. Die Eignung des eigenen Gebäudes sei im Solarkataster Rheinland-Pfalz einsehbar. Wichtig seien die Dachneigung und die Modulausrichtung. Solaranlagen seien auch mietbar, zudem bestehe die Möglichkeit, sich finanziell an Energiegenossenschaften zu beteiligen. An seinem eigenen Haus in Finthen hatte Volker Hans 2016 eine Dachsolaranlage angebracht. „Dieses Jahr habe ich 115 bis 120 Prozent meines eigenen Jahresverbrauchs produziert“, stellte er heraus. Abschließend ging er aufs Thema Wasserstoff ein. Die Schott AG habe durch die Umstellung auf 100 Prozent Grünstrom den jährlichen CO2-Ausstoß von 2019 auf 2021 von einer Million Tonnen auf 0,4 Millionen Tonnen gesenkt. „Wir brauchen die Wasserstofflösung für Industriefirmen“, betonte Hans. Im Anschluss an die Referate bestand die Gelegenheit zur Diskussion mit den Referenten.

 

Autor: Oliver Gehrig

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.