Jubilarin Elisabeth Hauler (vorne rechts) empfing im Kreis der engsten Familie – Enkelin Kerstin Beickler sowie die Töchter Anne Kudella und Sigrun Beickler (v.l.) - die Grüße von Ortsvorsteher Ralf Kehrein. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU – Elisabeth Hauler aus Weisenau hat ihren 100. Geburtstag mit ihren Lieben gefeiert. Die lange Reihe von Gratulanten, denen die Töchter und die Enkelin seit den Morgenstunden die Tür zum Appartement in der Laubenheimer Straße öffneten, begrüßte die Jubilarin heiter und mit einem Lächeln im Gesicht. „So ist meine Mutter, sie genießt das Leben“, erzählte Tochter Sigrun Beickler, eine von sieben Kindern, die Elisabeth Hauler auf die Welt gebracht hat. „Drei Mädels und vier Buben“, sagte sie. Über ein Dutzend Enkel erfreuen sie im Alter. Den Geburtstag feierte die Großfamilie einen Tag später in Harxheim.

Ihren 95. Geburtstag habe sie noch im Saal der Wohneinrichtung in Weisenau feiern können, erinnerte sich die Jubilarin. Doch diesmal konnte sie ihre Gäste wegen Corona nicht dorthin einladen. „Aber lassen wir den Kopf nicht hängen“, fügte sie hinzu. Die positive Einstellung zum Leben zeichne sie seit jeher aus, bestätigte die Tochter.

Als das Geheimnis der Langlebigkeit bezeichnete die Jubilarin ihre guten Gene und „jeden Morgen Quark mit Marmelade zum Frühstück“. Ihre Lieblingsspeise. „Dazu ein schönes Brötchen mit einer Tasse Kaffee und dabei dem Herrgott in der Frühe danken, dass man aufgestanden ist.“ Der Glaube spielt im Alltag von Elisabeth Hauler seit jeher eine wichtige Rolle. „Ich bin der Mutter Gottes immer in den Schoss gefallen“, sagte sie. „Man darf nicht verzagen. Immer vorwärts schauen, nie zurück.“ Auch im Alter: Bisher sei sie beispielsweise schon drei Mal gestürzt. „Mit der rechten Hand kann ich Ihnen keine Ohrfeige geben“, scherzt die Jubilarin. „Ich kann sie nicht heben.“ Aus dem Grund wurde sie im hohen Alter zur echten Linkshänderin, berichtet die Tochter.

Ursprünglich stammt die Familie aus Olpe. Der Grund für den Umzug sei die Tochter, die vor 45 Jahren „hierhin geheiratet hatte“. Bereut habe sie den Schritt nicht. „In Mainz habe ich mehr erlebt als davor in meinem ganzen Leben. Ich könnte es nicht besser haben.“ Jeden Sonntag erfreut sie sich an Autofahrten, denn Woche für Woche nimmt ihre Tochter sie auf eine Fahrt durch die rheinhessische Landschaft mit. „Das genießt meine Mutter sehr.“

Ortsvorsteher Ralf Kehrein wünschte der Jubilarin „alles erdenklich Gute, weiterhin Gesundheit und dass Sie noch viele, viele gute Tage erleben“. In Weisenau werde man alt, verwies Kehrein auf die Mitbürger aus dem Stadtteil, die „weit über hundert Jahre alt geworden sind“. Neben den Gratulationen der Stadt Mainz erhielt die Jubilarin die besten Wünsche des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf, die ihr der katholische Pfarrer von Weisenau, Christian Nagel, auch in seinem Namen überbrachte.

Nach ihren Plänen für die Zukunft befragt sagte sie auch: „Man darf den Kontakt zu den Nachbarn nicht abbrechen. Manche verschließen sich im Alter, für mich wäre das ein Untergang.“

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.