Der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein gratulierte recht herzlich den Eheleuten Marliese und Karl Wagner zu ihrer Eisernen Hochzeit mit Präsenten und Blumen. Foto: Claudia Röhrich

WEISENAU – Es ist Mittag am 25 Oktober 2022, die SVW-Stubb in der Friedrich-Ebert-Straße 18 an der Bezirkssportanlage ist voll mit Gästen der Familie Wagner. Ein lautes Stimmengewirr hallt in der Gaststätte. Marliese und Karl Wagner haben heute nicht auf den Tag genau vor 65 Jahren geheiratet, denn ihr eigentlicher Eiserner Hochzeitstag ist der 15. November 2022. Darauf wollen viele mit ihnen anstoßen: Der Sohn ist da, die Schwiegertochter ebenso sowie der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD).

Der gut gelaunte Ralf Kehrein überbrachte Glückwünsche im Namen von Ex-Bürgermeister Michael Ebling (SPD) und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zur Eisernen Hochzeit, einen Bildband, Wein und einen Blumenstrauß: alles in den Farben der Stadt Mainz in Rot-Weiß gehalten. Das Paar, beide fidele 84 Jahre alt, hat einen Sohn von 64 Jahren, keine Enkelkinder. Marliese arbeitete damals als Schneiderin in Teilzeit, Karl arbeitete in einer Schlosserei. Damals beim Kennenlernen mit 16 und 16 Jahren saßen beide in der gleichen Schule, jeweils in den Parallelklassen und Karl schaute zu ihr hinüber, ohne was zu sagen, bis er sie gefragt hat, ob sie mit ihm gehe. Marliese willigte ein.

Pfingsten 1957 haben sie sich dann verlobt. Im selben Jahr haben beide in der evangelischen Kirche in Weisenau geheiratet. In Rheinhessen gibt es zahlreiche Gustav-Adolf-Kirchen, neben Mombach auch in Weisenau (1892). Wenig später kam ihr Kind zur Welt, das schönste Erlebnis in ihrer Ehe.

65 Jahre Ehe– wie haben Marliese und Karl das geschafft? „Wir haben immer ab und zu gegeben“, sagt Marliese. Viele Jahre lang waren die Rollen bei Familie Wagner klar verteilt. Karl ging arbeiten, Marliese kümmerte sich halb um den Haushalt und halb um die Schneiderarbeit, als das Kind kam. Zuletzt hat Karl als erster Hausmeister im Altenwohnheim gearbeitet von 1976 bis 1998. Beide sind 1998 in Rente gegangen. Sie waren beide lange Jahre im 1894er-Radfahrverein aktiv und haben dort ordentlich trainiert. Sie schwamm auch gerne im Rhein, von dem sie nicht weit weg wohnte. Ehrenamtlich hat Marliese Wagner oft im Altenheim ausgeholfen. Das Auto wurde noch nicht abgeschafft, allerdings fährt nur er, sie bevorzugt den Beifahrersitz.

Ihr Mann Karl sei schon immer der ruhigere Pool in der Ehe gewesen. Marliese wird nicht müde, neue Projekte zu planen, das halte frisch und ziehe soweit es geht ihren Mann meist mit. Einen großen Wunsch hegen beide: gemeinsam noch lange gesund zu bleiben und alt zu werden. Auf die Frage, wie eine Beziehung so lange hält, antwortet Marliese Wagner: „Wir machen einfach alles miteinander.“

Im gemütlichen Lokal gab es im Anschluss an das Festessen ein reichhaltiges Kuchenbuffet. Die Gäste hatten originelle Mitbringsel dabei. Sonst galt es, für den guten Zweck zu spenden, ganz nach dem Motto „Ein Schwein steht in der Eck für einen guten Zweck“.

 

Autorin: Claudia Röhrich

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.