Sicherheitsberaterin Rita Markgraf sprach zu den Seniorinnen und Senioren bei der AWO. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

LAUBENHEIM – Sicherheitsberater für Senioren weisen immer wieder darauf hin: Niemand ist vor Schockanrufen und Enkeltricks sicher. „Leider befinden sich solche Betrugsmaschen wieder massiv auf dem Vormarsch“, sagt Rita Markgraf. Die Sicherheitsberaterin für Senioren in Laubenheim hat vor Kurzem einen Vortrag zum Thema in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Laubenheim  angeboten. Das Interesse fiel beachtlich aus.

Negativ, wie der Austausch der Zuhörer im Anschluss darlegte: Die Tricksereien haben längst Laubenheim erreicht. Erfreulich allerdings dabei: Die allermeisten Betroffenen haben angemessen reagiert. Doch worauf kommt es an? Wie kann sich der Anrufempfänger schützen? Über die charakteristischen Merkmale der Betrügereien am Telefon und die gebotene Reaktion referierte die Sicherheitsberaterin und spielte dabei die Audioversion eines Telefonats ab, bei dem sich die Anruferin als Polizeikommissarin vorstellt. Sie teilt mit, man habe eine Gruppe von Einbrechern festgenommen. Doch ein Dieb sei nicht ins Netz gegangen. „Wir nehmen an, Sie sind das nächste Opfer. Ich nehme an, Sie haben Bargeld und Wertsachen zu Hause.“ Das bestätigt die Seniorin bereitwillig. „Ich habe meine Rente gestern abgeholt und bewahre sie in einem Schränkchen auf“, verrät sie ohne zu zögern, und erfährt, dass die Polizei einen Beamten schicken werde, der das Geld abholen und es, nachdem die Bande vor der Wohnungstür abgefangen worden sei, der Seniorin zurückbringen werde. Alles klingt plausibel. Zumal die vermeintliche Kommissarin den richtigen Namen und die korrekte Adresse der Seniorin nennt. Doch sie wird eingeschüchtert: „Die Zeit drängt, ich möchte nichts wiederholen müssen“, teilt die „Kommissarin“ mit. „Passen Sie genau auf, was ich Ihnen sage und unterbrechen Sie mich nicht.“ Auch im Display erschien die Notrufnummer 110.

Direkt auflegen, niemals einen Namen nennen, der in der Familie vorkommt, sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen und gleich Rücksprache mit Angehörigen halten, zählte Rita Markgraf eine Reihe an Vorsichtsmaßnahmen auf. „Am besten auch den Eintrag im Telefonbuch kündigen. Denn die Vornamen können die Verbrecher leicht bestimmten Altersgruppen zuordnen.“ Polizeihauptkommissarin Anika Grabe, Leiterin der Zentralstelle für Prävention beim Polizeipräsidium Mainz, die gemeinsam mit Polizeihauptkommissarin Eva Koch – im Präventionsstab für die Sicherheitsberater für Senioren zuständig –, warnten: „Die Betrügereien am Telefon nehmen zu und sie sind raffiniert. Es ist ein wichtiges Thema, auf das wir während der Aktionswochen in Mainz und Umgebung aufmerksam machen.“ Alleine an einem Tag Ende August dieses Jahres hat die Mainzer Polizei fünf solcher Delikte angezeigt.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.