Ebersheim 2040 war Thema im Ortsbeirat. Archivfoto: Oliver Gehrig

EBERSHEIM – Wie könnte Ebersheim im Jahr 2040 aussehen? Was gibt es aus heutiger Sicht zu verbessern und wie steht die Gemeinde 2040 da? Diesen Denkanstoß des stellvertretenden Ortsvorstehers Hubert Heimann (SPD) aus dem Frühjahr 2021 mit vier denkbaren Szenarien hatte die Stadt Mainz aufgegriffen und diesen Sommer eine Bürgerinformation und einen Workshop in der Töngeshalle angeboten, an denen sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligten konnten. Über das Ergebnis unterrichtete Thomas Hauf vom Amt für Stadtforschung jetzt den Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung.

Die Bürgerinformation hatte rund 160 Teilnehmer und am Workshop nahmen 40 Interessierte teil, informierte Hauf. Von den vier Szenarien 1: Mainz als Pharmastadt – Ebersheim im Aufbruch, 2: Mainz ohne Leitbild – Ebersheim als Schlafstadt, 3: Mainz als Stadt des sozialen Ausgleichs – Wohlgefühl in Ebersheim sowie 4: Ebersheim als eigenständige Gemeinde im Kreis Mainz-Bingen wurde die vierte Version aufgegeben und als unrealistisch eingeschätzt. Im Workshop erarbeiteten die Teilnehmer Schwerpunkte der Entwicklung. Beim Thema Mobilität sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger für einen attraktiveren ÖPNV und für bessere Rad- und Fußwege aus. Ein Problem seien parkende Autos im öffentlichen Raum. Für einen lebendigen Ortskern sei ein zentraler Treffpunkt mit Marktplatzcharakter wichtig. Für Kinder und Jugendliche sollte ein Schul- und Sportcampus entstehen, die Schulwege sollten sicherer werden. Zum Thema Bildung werden mehr Kitaplätze, eine bedarfsgerechte Betreuung und eine neue, größere Schule gefordert. Fürs Leben im Alter sollten ein Haus der Kultur und ein kleines Pflegeheim mit Tagescafé entstehen. Für die bauliche Entwicklung werden der Straßenbahnausbau nach Ebersheim und die Weiterentwicklung des Ortskerns gefordert. Einige sprachen sich gegen eine neue Flächenversiegelung aus.

Der Ortsbeirat begrüßte diese Ausarbeitung der Verwaltung. „Danke, dass dieses Papier diese Aufmerksamkeit bekommen hat“, lobte Hubert Heimann, der sich für eine konzeptionelle Weiterentwicklung aussprach. „Wir wollen parteiübergreifende Beschlüsse fassen“, bekräftigte Ortsvorsteherin Anette Odenweller (CDU). „Das war im Vorfeld so abgesprochen und das wird auch so umgesetzt.“ Ex-Ortsvorsteher Matthias Gill (Grüne) kritisierte in der Bürgerfragestunde den ÖPNV. Jüngst seien an einem Samstag von fünf Bussen nach Ebersheim vier ausgefallen. „Die Erreichbarkeit von Ebersheim ist nicht gewährleistet.“ Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) nannte das jüngste IT-Hacking bei der Mainzer Mobilität als einen der Gründe für diese Probleme. Für einen Straßenbahnausbau nach Ebersheim sei ein großes Bevölkerungswachstum notwendig.

 

Autor: Oliver Gehrig

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.