Die Orgel im Ostchor des Mainzer Doms mit 95 Registern. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MAINZ – Der Mainzer Dom hat seine Orgel wieder. Zwar noch nicht vollständig, denn dem Großprojekt steht ein dritter Abschnitt bevor: Gleichwohl hat der Klang des neuen Instruments während der feierlichen Weihe durch Mainzer Bischof Peter Kohlgraf die Gottesdienstbesucher offenkundig begeistert.

„Es ist angemessen, gerade in einer Kathedrale von der Bedeutung unseres Domes eine Kirchenmusik und Orgeln von höchster Qualität zu haben“, sagte der Geistliche im voll besetzten Dom.

In einem Pressegespräch zum Ereignis wies Domorganist Daniel Beckmann auf die besondere Herausforderung des Projekts für die Orgelbauer hin. Als Bauwerk sei „der Dom nicht für eine Orgel konzipiert“ gewesen. Folglich habe seit Ende des 13. Jahrhunderts, als die Mainzer Kathedrale ihre erste Orgel erhielt, die „Suche nach dem idealen Platz“ angehalten. Der gewählte Ort biete „einen raumfüllenden, umhüllenden Klang“. „Die neuen Spieltische gelten in der Fachwelt als beste ihrer Art“, stellte Markus Schächter von der Stiftung Hoher Dom zu Mainz fest. Er bezeichnete das Musikinstrument als ein Meisterwerk.

Das Prunkstück der Orgelbaukunst gelang der Orgelbau-Firma Goll aus der Schweiz in Kooperation mit dem österreichischen Orgelbau-Unternehmen Rieger. Der Clou: Das Instrument befindet sich an drei unterschiedlichen Stellen in der Kirche.

Dekan Henning Priesel, Domorganist Daniel Beckmann, Sabine Flegel vom Dombauverein, Markus Schächter von der Stiftung Hoher Dom, Simon Hebeisen vom Orgelbau Goll und Wendelin Eberle von Orgelbau Rieger (v. li.) bei der Präsentation. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Die Orgel (49 Register) über dem neu gestalteten Windfang des Eingangs am Marktportal wurde 2021 eingeweiht und kostete rund 1,8 Millionen Euro. Die Orgel mit 95 Registern im Ostchor kostete 3,17 Millionen Euro.

Der Abschnitt wurde vom Mainzer Dombauverein mit einer Million Euro – besonders durch sogenannte Pfeifenpatenschaften, aber auch vom Bischöflichen Domkapitel Mainz und der Stiftung Hoher Dom zu Mainz finanziert.

Vorsitzende des Dombauvereins Sabine Flegel dankte allen Spendern. Im Verein sei der Eindruck entstanden, dass die Unterstützung über alle Konfessionen hinweg da sei. Sie wies auf die touristischen Potenziale für Gäste, die „nicht nur wegen des guten Weins nach Mainz kommen“ würden. Laut Beckmann könne nun der Mainzer Dom in der Reihe von Kulturveranstaltungen wie beispielsweise dem Kultursommer Rheinland-Pfalz oder dem Mainzer Orgelzyklus, in dem auch andere Orgeln der Region und der Stadt erklingen, einen neuen Stellenwert bekommen.

Vor dem Start zur Renovierung der Westchor-Orgel (62 Register) müsse die Finanzierung gesichert sein, erklärte Dekan Henning Priesel. Erwartete Kosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Flegel wies auf die Möglichkeit hin, weiterhin Patenschaften zu übernehmen.

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.