Um die Zukunft der Sportvereine in der Riedhalle sorgt sich der Ortsbeirat. Foto: Oliver Gehrig

LAUBENHEIM – Eine Sanierung der aktuellen Laubenheimer Riedhalle ist laut einer Studie der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) nicht möglich. Demnach muss mit einem Neubau gerechnet werden. Ein Abriss der aktuellen Halle sowie ein darauffolgender Neubau am gleichen Standort wäre für Laubenheim allerdings desaströs, sagt der Ortsbeirat. Er verabschiedete jetzt einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen an die Verwaltung, den Hallenneubau so zu planen, dass die aktuelle Riedhalle sowie die bestehende Infrastruktur auch während der Bauzeit der neuen Halle ohne Beeinträchtigung genutzt werden kann.

Wenn der Sportbetrieb der Vereine über Jahre hinweg beschnitten würde, wären die Vereine in der Existenz bedroht, heißt es im Antrag. Es drohe ein Mitgliederschwund von bis zu 30 Prozent. Betroffen sind zahlreiche Sportvereine wie der Turnverein, der SAV, die Alemannia und der AC 09. Auch die traditionellen Fastnachtsveranstaltungen von Ulk, Schwarzen Gesellen und AWO könnten nicht mehr stattfinden.

„Die Riedhalle hat für Laubenheim eine entscheidende Bedeutung“, betonte Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD). „Zelte oder Fertighallen über Jahre hinweg sind keine Alternative.“ Sichtlich um Fassung rang Sabrina Grimm (CDU) in ihrer Eigenschaft als TV-Vorsitzende. „Die Option, Veranstaltungen übergangsweise in andere Stadtteile zu verlegen, ist keine Lösung“, sagte sie. „Dieser Vorschlag der Verwaltung hat mich emotional hart getroffen. Mehrere Jahre ohne Halle wäre ein No-Go.“ Laubenheim werde zunehmend abgehängt, kritisierte Gabriele Müller (Grüne). „Das Thema muss in den Stadtrat“, forderte Dr. Christian Hecht (FDP). „Wir brauchen die Halle“, bekräftigte Ralph Geißner (SPD). „Laubenheim verkommt zur Schlafstadt“, schimpfte Elke Judith Hecht (SPD). „Die Arroganz der Verwaltung ist so schlimm, dass wir Stopp sagen müssen“, bekräftigte Norbert Riffel (CDU). Der Antrag wurde einstimmig verabschiedet.

In einer gemeinsamen Anfrage der Fraktionen stellt das Gremium zahlreiche Nachfragen zur geplanten Unterbringung von Flüchtlingen in der Riedhalle. Von einer „unglücklichen Kommunikation mit der Stadt“ sprach Sabrina Grimm (CDU), da sie als TV-Vorsitzende davon aus der Zeitung erfahren habe. Über diesen Umgang sagte sie: „Ich war sauer, enttäuscht und traurig.“ Es müsse ein Ansprechpartner der Stadt genannt werden, der die Flüchtlinge betreut. Die Sportvereine seien gerne bereit, Kinder und Jugendliche in ihren Trainingsbetrieb zu integrieren. Der TVL müsse aber an seine Lager kommen. Die sanitären Anlagen gehörten dem TVL.

 

Autor: Oliver Gehrig

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.