Diesen herrlichen Ausblick gab es beim Weinfest in Ebersheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM – „Wir haben lange, lange gewartet, dass wir wieder feiern können. Ich wünsche uns allen ein schönes Weinfest“, sagte Anette Odenweller (CDU). Die Ortsvorsteherin brauchte nicht viele Worte, um das Ebersheimer Weinfest mit dem ausgeprägten ländlichen Flair in ihrem Stadtteil zu eröffnen. Sie hätte aber auch die Sehnsucht nach Gemütlichkeit in geselliger Runde, die die Menschen in den vergangenen zwei Jahre aufgerieben hat, nicht besser beschreiben können.

Das dreitägige Event im Ort haben die Organisatoren bislang gerne in Anspielung auf den ländlichen Charakter des Mainzer Stadtteils gerne als das „Weinfest im Dorf“ tituliert. Im ersten Weinfest nach der Coronapause fügten die Winzer Alwin Schmitz und Jörg Eckert dem Motto eine Fußnote hinzu. Das Weinfest mit seinem Karussell, den Weinständen und Weinhöfen sei nämlich über die Ortsmitte hinaus gewachsen. „Wir haben uns daher etwas Neues überlegt“, so Schmitz. Zwei Winzer haben ihre Stände in die Weinberge am Joachimskreuz stationiert. Der Schritt gebe die Entwicklung im Ort wieder. Immer mehr Winzerbetriebe befinden sich heute am Ortsrand und nicht mehr in der Ortsmitte, erläuterte Schmitz.

Ein Prosit auf das Weinfest: Ortsvorsteherin Anette Odenweller mit Jörg Eckert und Alwin Schmitz (re.). Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Den gut ausgeschilderten Weg zum Joachimskreuz bauten die Organisatoren fix als eine kleine Wanderung in das Programm ein. „Die Konzepterweiterung bot sich an, weil immer mehr Leute heute sehr gerne wandern.“ Für sie, für die Festgäste, aber auch für die Radfahrer, die jedes Wochenende Ebersheim passieren, haben die Winzer jedenfalls einen perfekten Ort zum Verweilen präpariert.

Der Blick vom „Hiwwel“ bis in die Rhein-Main-Metropole Frankfurt hinab schien wie geschaffen für vergnügliche Stunden mit einem Gläschen Wein. „Wir wollen den Menschen zeigen, wie schön wir es hier haben“, erklärte Alexandra Becker vom Familienweingut Becker den Schritt, den Wein in den Weinbergen auszuschenken. Dass die Menschen wie ausgehungert nach allerlei Festen suchen, bestätigte auch sie.

Unterdessen herrschte rund um die Bühne in der Neugasse am Freitag nach der Eröffnung reger Betrieb. Auch dank der guten Laune der Kerbejugend: rund 40 junge Menschen aus – diesmal – vier Jahrgängen. Sie wollen nach Corona alles nachholen, lautete ihre Antwort. Das Weinfest sei aber für sie nur Vorlauf: „Das ist das Warmlaufen für die Kerb am zweiten Wochenende im September.“

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.