Ortsvorsteher Christoph Hand gratulierte den Eheleuten Marga und Karl Wolf zu ihrer Eisernen Hochzeit. Foto: Claudia Röhrich

NEUSTADT – Das Wohnzimmer der Familie Wolf ist voll. Denn heute auf den Tag genau vor 65 Jahren haben Marga und Karl in Gustavsburg geheiratet. Darauf wollen viele mit ihnen anstoßen, die Tochter Martina Konka ist da, der Schwiegersohn ebenso und Ortsvorsteher Christoph Hand.

Christoph Hand überbrachte Glückwünsche von Oberbürgermeister Michael Ebling und Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dazu einen Bildband, Wein und einen Blumenstrauß, alles in den Farben der Stadt Mainz in Rot-Weiß gehalten. 

Das Paar (sie 87 Jahre, er 86 Jahre alt) hat zwei Töchter von 59 und 64 Jahren, außerdem sechs Enkelkinder und sogar bald sieben Urenkel. Marga Wolf arbeitete damals als Lehrling zur Einzelhandelskauffrau in einem Geschäft in der Schönbornstraße, Karl arbeitete in der Schreinerei seines Vaters, die sich direkt gegenüber von dem Geschäft befand. 

Beim Kennenlernen mit 17 und 16 Jahren stand Karl Wolf am Eingang und schaute zu ihr hinüber, ohne was zu sagen, bis er sie gefragt hat, ob sie mit ihm auf die Kirmes nach Bischofsheim ging. Sie willigte ein. „Dann bin ich da hängengeblieben“, äußerte sich Marga Wolf lachend.

1955 haben sie sich dann verlobt. Zwei Jahre später haben beide in der Katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu in Gustavsburg geheiratet. Wenig später kam auch ihre zwei Kinder zur Welt, die schönsten Erlebnisse in ihrer Ehe. „Mit der Geburt unserer Kinder sind auch wir erwachsen geworden“, so Marga Wolf rückblickend.

65 Jahre Ehe – wie haben Marga und Karl das geschafft? „Weil wir es mit Humor genommen haben“, sagte Marga. In Mainz eine Wohnung zu finden, war in der Nachkriegszeit ähnlich schwer wie heute. Viele Jahre lang waren die Rollen bei Familie Wolf klar verteilt. Karl ging arbeiten, Marga kümmerte sich um den Haushalt, als die Kinder kamen. 

Mit 60 waren sie in Rente gegangen. 65 Jahre haben sie in der Altstadt in der Kapuzinerstraße gewohnt, bis die Treppen dort ein Hindernis wurden. Es war eine große Umstellung, in die Neustadt zu ziehen. Dort leben sie nun auch schon sieben Jahre.

In der katholischen Pfarrei St. Joseph in der Neustadt war war beim Volkstanz aktiv. Das Ehepaar ist mitsamt seiner großen Familie und auch allein mit Freunden, lange Zeit mit ihrem Wohnwagen gereist und gerne im Urlaub gepaddelt. Einen großen Wunsch hegen sie, gemeinsam in der behaglichen Wohnung alt zu werden.

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.