Vortrag von Torsten Collet (NABU Mainz, Mitte) auf der Grünen Brücke über die Rheinallee. Foto: MainzZero, Marina Hinsch

NEUSTADT – Fast 30 Bürger folgten der Einladung von MainzZero zum ersten Klimaspaziergang durch die Neustadt gefolgt. Von der Feuerwache aus führte der Weg zu sieben verschiedenen Stationen im Stadtteil, an denen unterschiedliche Experten zu Themen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung vortragen.

Zunächst berichtete UrStrom von seinen jahrelangen Bemühungen, eine Fotovoltaikanlage auf der 2014 eingeweihten Feuerwache zu errichten. Nach vielen Verzögerungen habe die Stadt nun eine eigene Gesellschaft gegründet, um Projekte dieser Art in der Stadt umzusetzen. „Das kann man jetzt als gute Nachricht empfinden, aber acht lange Jahre ist auf diesem Dach kein klimafreundlicher Strom produziert worden“, so Klaus Grieger von der Mainzer Bürgerenergiegenossenschaft UrStrom, die Fotovoltaikprojekte entwickelt und genossenschaftlich umsetzt und betreibt.

Mit ihrem zweiten Standbein UrStrom Mobil betreibt die Genossenschaft ein CarSharing-Angebot mit neun Fahrzeugen in mehreren Stadtteilen und organisiert über seine App auch den kostenlosen Verleih des VCD-Lastenrades ELMA, das an der UrStrom-Station an der Pauluskirchengemeinde in der Neustadt steht.

Am Beispiel der ehemaligen Kommissbrotbäckerei spricht Thorsten Noll über das Cradle-to-Cradle-Konzept, bei dem Baustoffe so designt werden, dass sie nach dem Abriss eines Gebäudes wieder in neuen Gebäuden zum Einsatz kommen können. Anschließend berichtete Eva Trost-Kolodziejski, Vorstand der Kulturbäckerei/Initiative für ein soziokulturelles Zentrum in der Neustadt e.V., über die Pläne zur Nutzung des Geländes. Neben einem größeren Wohnkomplex soll im Stadtteil Raum für Kulturschaffende und Begegnungen, Veranstaltungen sowie Gastronomie entstehen.

Beim neuen Wohnkomplex in der Wallaustraße wurde das Thema Versiegelung und Fassadenbegrünung besprochen. Das lebhafteste Gespräch entstand in der Moltkestraße. Laut einem Stadtratsbeschluss soll sie zur Fahrradstraße umgestaltet werden. In seinem Referat wunderte sich Matthias Borsdorf vom VCD, dass in diesem Jahr zunächst das Anwohnerparken in der Straße eingeführt wurde. Obwohl doch in einer Fahrradstraße keine parkenden Autos auf der Straße stehen, sondern alternative Parkmöglichkeiten – etwa die großen Tiefgaragen des neuen Wohnkomplexes oder auch der ab abends leerstehende Parkplatz der Polizei – genutzt werden sollen.

Hier berichtete Ortsvorsteher Christoph Hand, dass die Initiative für die Fahrradstraße aus dem Ortsbeirat kam und er froh ist, dass der Stadtrat die Empfehlung aufgenommen hat. Nächste Station des Klimaspaziergang war die Feldbergstraße, auf der viele Grundschüler der Feldbergschule auf den schmalen Bürgersteigen unterwegs sind. Doch die Feldbergstraße ist rechts und links, auf Bürgersteigen und Stellplätzen, so zugestellt, dass keine Übersichtlichkeit und somit keine Sicherheit für spielende Kinder gewährleistet ist.

Abschluss und Highlight des Klimaspaziergangs bildete die Grüne Brücke über die Rheinallee. Der NABU hat dort eine Patenschaft für die Bepflanzung der Beete, wie Torsten Collet, stellvertretender Vorsitzender des NABU Mainz berichtete.

 

Autor: red

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