Der Finther Katzenberg-Treff ist eine wichtige soziale Einrichtung, muss jetzt allerdings um die Existenz bangen. Foto: red

FINTHEN – „Die Kinder haben am Junior-Dreck-Weg-Tag Mitte März eifrig Müll im Wohngebiet Katzenberg eingesammelt“, berichtet Andreas Blum, Leiter des „Katzenberg-Treffs“. Auch das Osterferienprogramm des vom Diakonischen Werk Rheinhessen getragenen Interkulturellen Bürgerzentrums „Katzenberg-Treff“ ist wieder in Planung. Wenn die Bedingungen der Pandemie es wieder zulassen wird der Treff auch am 15. Juli nach zweijähriger pandemiebedingter Pause endlich wieder ein großes Sommerfest feiern. Doch wie ist es um die Zukunft bestellt?

„Wir haben trotz steigenden Bedarfen aktuell ein großes Finanzierungsproblem für die Einrichtung“, betont Blum. Durch die allgemein gestiegenen Kosten reichten die kommunalen und kirchlichen Zuschüsse nicht mehr aus, und können nur noch etwas mehr als die Hälfte der Gesamtkosten abdecken. „Aktuell führen wir daher Gespräche mit der Stadt und hoffen hier auf Wohlwollen bei der Neubewertung der Situation und eine Neuberechnung der Zuschüsse. Außerdem hofft der „Katzenberg-Treff“ nun auch auf weitere Förderer und Spender für die Arbeit. Interessierte können sich hierfür direkt an den „Katzenberg-Treff“ wenden. 

Bis Oktober diesen Jahres müsse die Einrichtung mindestens 25.000 Euro an Zuschüssen zusätzlich erhalten, ansonsten müsste das Diakonische Werk Rheinhessen als Träger der Einrichtung zum Jahresende die Trägerschaft abgeben und der „Katzenberg-Treff“ nach 35 Jahren schließen.

Der Bedarf, mit den Kindern zu arbeiten ist laut Blum pandemiebedingt weiter angestiegen: „Den Kindern fehlte lange der echte Kontakt mit anderen und damit die Einübung zum Beispiel von Sozialverhalten im Umgang miteinander. Die Kinder brauchen daher viel Unterstützung, nicht nur bei den Hausaufgaben sondern auch in anderen Gruppenangeboten wie unseren Spielenachmittagen.“ 

Existenzsicherung, Jobverlust ebenso wie die aktuell steigenden Preise sind Themen in der Beratung, die viele Erwachsene vor Ort betreffen. Nicht wenige Bewohner des Katzenbergs drohen außerdem, digital abgehängt zu werden und nutzen daher die Möglichkeiten des „Katzenberg-Treffs“, der während der gesamten Pandemiezeit geöffnet war und ist, um hier unterstützt zu werden, z.B. im Kontakt mit Ämtern.

Blum ist jedoch optimistisch: „In Sozialplanung, Politik und Verwaltung und auch im Stadtteil Finthen weiß man um die Wichtigkeit der Arbeit im „Katzenberg-Treff“ für den sozialen Frieden. Mit vergleichsweise wenig zusätzlichen Geldern kann vielen sozial benachteiligten Menschen auch künftig geholfen werden, ihre Existenz zu sichern, sich zu integrieren, Familien zu entlasten, Kinder zu stärken und ganz allgemein im Leben zurecht zu kommen. Es sollte der Stadt sicherlich aufgrund der nun künftig sehr guten finanziellen Situation auch möglich sein, den Zuschuss erhöhen zu können.“

Teilen