Der Nahkauf schließt voraussichtlich zum Jahresende seine Pforten. Foto: Oliver Gehrig

LERCHENBERG – Der Nahkauf im Lerchenberger Einkaufszentrum Hindemithstraße schließt voraussichtlich zum Jahresende. Das hat der Inhaber Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD) mitgeteilt, wie diese jetzt im Ortsbeirat bekannt gab. Die SPD-Fraktion gab in der jüngsten virtuellen Sitzung einen Antrag ab, die Grundversorgung im Einkaufszentrum durch einen Vollversorger zumindest in der Übergangsphase während der anstehenden Baumaßnahmen zu garantieren. Der SPD-Antrag wurde einstimmig auf den Weg gebracht.

„Wir machen uns Sorgen um die Grundversorgung der Bevölkerung auf dem Lerchenberg“, erläuterte Prof. Detlef Baum (SPD) den Hintergrund. Viele seien nicht sehr mobil. Zudem sorge ein Vollversorger auch für eine Aufenthaltsqualität in einem Einkaufszentrum und sei daher auch aus sozialer Sicht wichtig. „Wir sind ebenfalls der Meinung, dass ein Vollversorger wieder rein muss“, bekräftigte Sabine Gieseler (Grüne). Karl-Heinz Schimpf (ÖDP) gab zu bedenken, dass die Stadt auf die Privatwirtschaft keinen Einfluss habe. „Wie soll die Stadt sich für eine Interimslösung einsetzen können?“, fragte auch Andreas Michalewicz (CDU). Ein Vollversorger sei wichtig für den Lerchenberg, sagte Nicole Krämer (SPD). „Es gibt Netzwerke, auf die zurückgegriffen werden kann.“ Prof. Detlef Baum (SPD): „Wir sensibilisieren die Stadt und die Wirtschaftsförderung.“ Ortsvorsteherin Sissi Westrich (SPD) fasste zusammen: „Dieser Antrag ist ein Hilferuf des Stadtteils, um das Vakuum zu füllen.“

Der Umbau des Einkaufszentrums hat begonnen. Foto: Oliver Gehrig

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde ein CDU-Antrag zur Erstellung einer Auswirkungsanalyse zur geplanten Erweiterung der Verkaufsflächen des Einkaufszentrums Lerchenberg. In einer Analyse soll ermittelt werden, ob die Nachfragesituation auf dem Lerchenberg den künftigen Betrieb von zwei Vollsortimentern im Stadtteil, so wie es die Stadtverwaltung vorsieht, zulässt.

Dem geforderten Bau einer barrierefreien öffentlichen Toilette im Zuge der Überplanung des Einkaufszentrums teilte die Verwaltung nach einer SPD-Anfrage aus finanziellen Gründen eine Absage. Die von der Lerchenberger SPD zum Vergleich herangezogene öffentliche Toilette in Mombach auf dem Heinz-Schier-Platz sei nicht neu gebaut, sondern saniert worden, erläuterte Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch (SPD) den Unterschied. Eine dringende Notwendigkeit sei auf dem Lerchenberg nicht gegeben.

 

Autor: Oliver Gehrig

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.