Bei der Übungsfahrt der Feuerwehr hakte es mehr als einmal. Foto: Claudia Röhrich

FINTHEN – Der lange Feuerwehrleiterwagen mit seiner 10,30 Meter langen Drehleiter möchte von der Lambertstraße in die Henri-Dunant-Straße einbiegen und kommt nicht vorwärts. Fahrer Pascal Jost muss erst mal anhalten. Jemand hat auf der linken Fahrbahnseite seinen Pkw abgestellt.

Im Brandfall blockiert so etwas einen lebensrettenden Einsatz. Die lichte Breite der Zu- bzw. Durchfahrt muss mindestens 3,05 Meter betragen, um den Durchfahrtsverkehr zu gewährleisten. Nur mit Hilfe einiger Einweiser schafft es Jost schließlich doch, nach mehrfachem Vor- und Zurückstoßen die Übungsrettungsfahrt fortzusetzen. Wertvolle Minuten wären im Ernstfall verstrichen – Verzögerungen, die Menschenleben bedrohen oder sogar kosten können.

Um Durchfahrten für Rettungsfahrzeuge gerade in engen Ortskernen von Finthen zu gewährleisten, führt die städtische Berufsfeuerwehr in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Finthen einmal jährlich eine Fahrt mit Feuerwehrfahrzeugen durch, erläuterte Markus Schmitt von der örtlichen Feuerwehr.

Oft war beim Rangieren Millimeterarbeit angesagt. Foto: Claudia Röhrich

Dieses Mal hatte sich der Einsatzleiter Mario Ambrosius eine lange, enge Strecke erst durch den alten Ortskern und dann hoch zur Römerquelle ausgedacht und er leitete mit seinem Einsatzwagen den langen Tross bestehend aus Löschwagen, Leiterwagen, die Wagen der Verkehrswacht, Straßenverkehrsbehörde mit Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger und den Wagen der Ortsverwaltung durch zahlreiche Finther Straßen.

Dabei hatte er einige spezielle Stellen eingearbeitet, die eine Zufahrt schwierig und sogar an einer Stelle unausführbar machten. Deshalb ist das Manöver wichtig und zeigt wo es im Ernstfall haken könnte, sagte Ortsvorsteher Manfred Mahle (SPD), der den Einsatz mitverfolgte.

Bei der Weiterfahrt durch die Aubachstraße, den Kakteenweg sowie im Kreuzungsbereich von der Uhlerbornstraße zur Steubenstraße entdeckten die Feuerwehrkräfte weitere Falschparker. Im Bereich Römerquelle werden Tiefgaragenparkplätze anderweitig genutzt oder sie sind schlecht anfahrbar. In den Wendehämmern standen auch etliche Fahrzeuge verkehrswidrig im Kreisbereich.

Mitarbeiter des städtischen Verkehrsüberwachungsamtes und der Straßenverkehrsbehörde geleiteten die abendliche Kontrollfahrt. Die Mitarbeiter fertigten Fotos, berechneten Abstände und verzichteten ausnahmsweise auf kostenpflichtige Strafzettel. Es wurde auf Gespräche und Aufklärung der jeweils ermittelten Fahrzeughalter gesetzt.

 

Autor: Claudia Röhrich

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Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.