So würde das Radfahren auf der Zentralroute deutlich sicherer werden, schlägt der Bericht der Radinitiative. Foto: red

GONSENHEIM – Die offizielle Gründung der Initiative „Gonsenheim setzt auf‘s Rad“ musste bisher coronabedingt immer wieder verschoben werden, bedauert Armin Schulz. Der Verkehrsplaner hatte der Stadt Mainz im November 2020 ein Stadtteil-Radkonzept vorgestellt. Seitdem ist ein Kreis von Unterstützern entstanden, der auf eine Realisierung des Radnetzes hofft.

Vor kurzem hat die Initiative dem Umweltdezernat der Stadt Mainz einen Bericht mit den Ergebnissen der Verkehrserhebung in der Gerhart-Hauptmann-Straße zur Verfügung gestellt. „In der Hoffnung, den Entscheidungsprozess zu verkürzen“, so Schulz. Das Konzept „Gonsenheim setzt auf‘s Rad“ setzt auf ein Basisnetz aus acht Routen und 55 kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen, darunter einer Zentralroute, die den Ortsteil von West nach Ost in Richtung Innenstadt durchquert. Der Entwurf fand das Gefallen des Ortsbeirats Gonsenheim, der im März 2021 die Stadtverwaltung aufforderte, auf der Grundlage der Planung, ein Radkonzept für Gonsenheim zu erarbeiten.

Schulz berichtet, dass ihm das Verkehrsdezernat im vergangenen November die Gelegenheit gegeben habe, das Stadtteil-Radkonzept erneut zu präsentieren. „Im Gespräch mit Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger wies ich auf die Notwendigkeit hing, den Ortskern sicherer und komfortabler erreichbar zu machen.“ Eine Antwort beziehungsweise Stellungnahme zu den verschiedenen Routen und vorgeschlagenen Maßnahmen habe er noch nicht erhalten, so Schulz.

Die Verkehrserhebung rückt einen Ausschnitt der Zentralroute ins Blickfeld und schlägt dafür die Gerhart-Hauptmann-Straße vor. Die parallel verlaufende Breite Straße eigne sich nämlich nicht für den Fahrradverkehr: „Weil die Straßenbahnrillen und plötzlich geöffnete Autotüren das Benutzen der Straße lebensgefährlich machen“, so Schulz.

Die Gerhart-Hauptmann-Straße sei hingegen zusammen mit der Canisiusstraße als Verteiler zum Ortskern und als Durchfahrverbindung zur Innenstadt oder nach Finthen prinzipiell geeignet.

„Um das Radfahren attraktiver zu machen, müssen jedoch die engen Platzverhältnisse durch beidseitig parkende Autos zumindest teilweise aufgehoben werden.“ Für die Gerhart-Hauptmann-Straße könnte sich Schulz verschiedene Ausbauszenarien, wahlweise -stufen vorstellen, die allen Betroffenen eine schrittweise Anpassung und Gewöhnung an die Neuordnung erlauben würden.

Nutznießer der Radroute wären zudem Fußgänger, weil die markierten Parkstände den ohnehin nur zwei Meter breiten Gehweg stark einschränken und eine viel zu geringe Rest-Gehweg-Breite übriglassen. „Dies ist sowohl für den Weg zur Schule als auch für Fußgänger auf dem Weg zu den Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen der Breiten Straße nicht länger tragbar.“

 

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.