Lerchenbergs Ortsvorsteherin Sissi Westrich. Foto: red

LERCHENBERG – Das erste komplette Corona-Jahr geht zu Ende. Eine Ende der Pandemie ist weiterhin nicht in Sicht. Dazu und was im Stadtteil Lerchenberg abseits der Pandemie wichtig war und ist, ein Interview mit Ortsvorsteherin Sissi Westrich.

Frau Ortsvorsteherin, wie haben Sie das Jahr 2021, also das erste komplette Coronajahr erlebt?

SISSI WESTRICH: Als schwieriges Jahr: Viele Begegnungsmöglichkeiten konnten erst einmal nicht stattfinden, bei denen sich auch Fragen und Themen einfach und schnell besprechen lassen. Stattdessen quoll das Mail-Postfach über, nahezu täglich fanden Videokonferenzen statt. Ich kann gar nicht schildern, welche Freude es war, den Ortsbeiratsmitgliedern wieder live zu begegnen, gute Gespräche bei der Gartenparty, bei der Ausstellung Hobby & Kunst, bei Gemeindeaktivitäten, LCC-Stammtischen oder meinen mobilen Sprechstunden im Einkaufszentrum zu haben.

Wie bewerten Sie die Corona-bedingten Veränderungen in Ihrem Stadtteil?

SISSI WESTRICH: Insbesondere für ältere Alleinstehende war das Jahr ein hartes Jahr. Wir haben normalerweise wunderbare Angebote im Seniorenbereich, die aber pandemiebedingt nur eingeschränkt zugänglich waren. Alle haben aber ihr Möglichstes getan, um mit viel Kreativität Kontakte zu halten. Familien mit Kindern standen unter einem erheblichen Druck, sich immer wieder an neue Situationen durch die Pandemie anzupassen und für die Kinder und Jugendlichen genügend Sport, Bewegung und freie Entfaltung zu ermöglichen. Zum Glück konnte Anfang des Jahres ein zusätzlicher Treffpunkt am Bolzplatz ausgebaut werden. Alle auf Familien bezogenen Institutionen auf dem Lerchenberg haben immer wieder hilfreiche Angebote gemacht: ob digital oder auch im Außenbereich. 

Der Lerchenberg wurde 2021 ans Mainz-Rider-Netz angeschlossen. Da machte die Ortsvorsteherin gerne ein Erinnerungsfoto: Archivfoto: Ralph Keim

Was war das Wichtigste, was in Lerchenberg im Jahr 2021 verwirklicht wurde?

SISSI WESTRICH: Es ist ein Blumenstrauß wichtiger Entwicklungsetappen: die baulichen Maßnahmen für die Bürgerhaus-Kita, das Tanzsportzentrum am Bürgerhaus und den Anbau der Grundschule sind weit fortgeschrittenen. Gestartet wurde auch die Sanierung des Fernwärmenetzes. Auch bei der weiteren Infrastruktur hat sich einiges getan: Seit April haben wir endlich an der Endhaltestelle Mainzelbahn eine Car-Sharing-Station von book-n-drive und sind 2021 in das „Versorgungsgebiet“ des MainzRider gekommen. 

Was steht im Jahr 2022 als wichtigste Maßnahme in Lerchenberg an?

SISSI WESTRICH: Ich möchte jetzt eigentlich gar nichts sagen zum Bürgerhaus, der Sanierung der Fußgängerzone im Einkaufszentrum und der Installation des Steges am Entenweiher. Das sind immer noch Projekte, die Fortschritte zeigen müssen. Es wird auch weitergehen, wenn auch erst einmal nur im Planungsprozess, bei den großen Vorhaben, zu denen es 2021 Bürgerbeteiligungen gab: das Bauvorhaben Spargelacker (Le3) und der Flächennutzungsplan und Bebauungsplan für den Bereich zwischen Hotel und Parkdeck an der Hindemithstraße (Le 4) wie auch zur Neuordnung der Hindemithstraße. Planungsprozesse mit einigen Problemen und vielen Chancen.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“