Manfred Geißelbrecht, Generalfeldmarschall und Ehrenvorsitzender der Mainzer Freischützen-Garde eröffnete die Sonderausstellung zum 11 x 11-jährigen Bestehen der Garde. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Mit 11 mal 11 Jahren ihres Bestehens feiert die Mainzer Freischützen-Garde (MFG)in der anstehenden Kampagne ein besonders närrisches Jubiläum. Und wie auch immer das närrische Geschehen im zweiten Coronawinter aussehen wird, zumindest im Mainzer Fastnachtsmuseum gibt es eine sehenswerte Sonderausstellung zur 1901 gegründeten Freischützen-Garde.

Der Ursprung der Traditionsgarde liegt übrigens im Ruderclub Germania Kastel. Innerhalb dieses Vereins gründete Fastnachtsbegeisterte die Burengarde. Burengarde deshalb, weil die Aktiven khakifarbene Uniformen, Schlapphüte und Patronengürtel trugen. Zur Erläuterung: 1899 bis 1902 gab es damals den Zweiter Burenkrieg, auch Südafrikanischer Krieg genannt.

Als dieser Krieg beendet war und mehr und mehr aus dem Interesse der Bevölkerung wich, benannte sich die Garde um: 1911 wurde aus der Burengarde die Mainzer Freischützen-Garde. Die Bezeichnung war ebenfalls dem Zeitgeist geschuldet. Denn der Schießsport mit großen Schützenfesten war damals außerordentlich populär.

Die Freischützen-Gardisten sind auch der Mainzer Fastnacht nicht mehr wegzudenken. Foto: Ralph Keim

1939 waren die auch Freischützen noch einmal aktiv in der Mainzer Fastnacht. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus, womit spätestens jetzt sämtliche Vereinsaktivitäten brachlagen. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnten die Aktivitäten 1949 unter schwierigsten Rahmenbedingungen wieder aufgenommen werden. So liefen 1951 beim Rosenmontagszug einige Gardisten in Zivilkleidung mit, weil die Stoffe für die Uniformen noch Mangelware waren. Besonders schießbegeisterte Gardisten verließen den Verein und gründeten den heute noch existierenden Schützenclub Waidmannsheil.

1952 wurde innerhalb der Garde ein Trommlercorps gegründet. 1954 steige die erste Sitzung der Nachkriegszeit, 1959 die erste Damensitzung. Die MFG hatte ein reges Vereinsleben und feierte 1976 groß ihr 75-jähriges Bestehen. Das nächste große Jubiläum war 2001 mit dem Hundertjährigen, was ebenfalls groß gefeiert wurde.

2003 gab Michael Marxen nach 25 Jahren sein Amt als Sitzungspräsident ab. Sein Amt übernahm Hans-Jürgen Gros. 2004 trat Heinz-Rainer Bärwald als neuer kommandierender Offizier die Nachfolge von Karl Stark an, der das Amt 30 Jahre innehatte.

Die Sonderausstellung beleuchtet die abwechslungsreiche Geschichte der Freischützen-Garde. Foto: Ralph Keim

2012 stand mit dem 111-jährigen Bestehen ein närrisches Jubiläum an. Heute zählt die Garde rund 350 Mitglieder, darunter 250 Aktive. Die MFG ist nicht nur aus der Saalfastnacht wegzudenken, wenn das Komitee unter Begleitung zahlreicher Mainzer Gardisten Einzug im Saal hält. Die Straßenfastnacht, besonders der Rosenmontagszug, ist ohne die MFG unvorstellbar.

Selbstverständlich plant die MFG in der Jubiläumskampagne, vorbehaltlich der Entwicklung der Corona-Pandemie, einige närrische Veranstaltungen: Die Große Gardesitzung findet am 23. Januar, 16.11 Uhr, im Kurfürstlichen Schloss statt, der Kindermaskenball am 30. Januar ab 15.11 Uhr im Haus der Jugend. Mit dabei ist die MFG auch beim Kreppelkaffee  der Stadt Mainz am 1. und 2. Februar, jeweils 14.30 Uhr, im Haus der Jugend.

Die Schützenladies feiern ihr Fastnachtsfieber am 11. Februar, 19.33 Uhr, im Haus der Vereine. Eine Närrische Weinprobe findet am 19. Februar statt. Beginn ist um 19.11 Uhr im Weingut Karthäuserhof.

Weitere Informationen gibt es unter https://mainzer-freischuetzen-garde.de.

 

Autor: Ralph Keim

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“