Mit einem gesungenen Friedensappell begleitete der Gesangverein Marienborn die Gedenkfeier. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MARIENBORN – Marienborn hat am Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht. Vor dem Hintergrund der barocken Fassade der St. Stephan-Kirche begrüßte Ortsvorsteher Claudius Moseler (ÖDP) die Bürger sowie Vertreter der Vereine und Mitglieder des Ortsbeirats. „Der Volkstrauertag muss uns an viele ungelöste Fragen im menschlichen Zusammenleben erinnern und zum aktiven Handeln mahnen“, sagte Moseler am Mahnmal mit der Marienstatue, auf dem die Zahlen 1914 – 1918 und 1939 – 1945 die Opfer der beiden Weltkriege nicht vergessen lassen. 

„Nach wie vor begleiten Kriege und Terror unseren Alltag in den weltweiten Nachrichten“, fuhr Moseler fort. Die Hoffnung, diesen Satz beim Volkstrauertag weglassen zu können, habe sich leider bisher nicht erfüllt. Der Ortsvorsteher stellte fest, dass der Mensch über eine Kreativität verfügt, der sich Ideen und die technischen Mittel verdanken, jene Entwicklung zu stoppen. 

Nicht zuletzt habe die Corona-Pandemie gezeigt, was alles möglich sei. „Müssten nicht vielmehr die friedfertigen Nationen der Welt versuchen, neue Strategien für eine friedlichere und nachhaltigere Welt zu erarbeiten?“, fragte Moseler. Er zählte als Beispiele die Förderung der Friedensdienste, faire Handelsbedingungen, konsequenten Umwelt- und Klimaschutz, den Stopp der Rüstungsexporte in Krisengebiete und Ablehnung des Paktierens mit Diktaturen auf. 

Im Gedenken an die Toten und Gefallenen der kriegerischen Handlungen in aller Welt rief er auf: „Wir müssen Krieg und Terror und damit auch den Fluchtursachen anhaltend den Nährboden entziehen.“ 

Die deutsche Politik obliege es, sich auf einen langen Weg zu begeben, um Kriege und Konflikte nachhaltig zu lösen. In gleicher Weise wies Moseler in seiner Ansprache auf die Problematik des Klimawandels hin. Bleiben sie ungelöst, drohen Kriege um Rohstoffe und Wasser. 

Ein geistliches Wort sprach Prädikant Manfred Domrös von der Evangelischen Kirche Marienborn. Musikalisch drückten den Inhalt der Feier der Marienborner Gesangverein mit dem Lied „Friede soll mit euch sein. Friede für alle Zeit“ und der Musikverein Marienborn mit dem Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ aus.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.