Das Ensemble freut sich bereits auf die vier Aufführungen. Foto: Ralph Keim

FINTHEN – „Der fröhliche Weinberg“ kommt – und zwar nach Finthen. Vier Aufführungen der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft laufen Ende November im neuen Bürgerhaus des Stadtteils. Regie führt Kurt Feyerabend, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Die Hauptrolle in dem Klassiker von Carl Zuckmayer, also die Figur des Weingutbesitzers Jean Baptist Gunderloch, spielt Reinhard Dietzen. Seine Tochter Klärchen wird von Christiane Hassemer verkörpert. Die Proben im Finther Bürgerhaus laufen bereits auf Hochtouren.

Im Finther Bürgerhaus laufen die Proben zu „Der fröhliche Weinberg“ bereits auf Hochtouren. Foto: Ralph Keim

„Der fröhliche Weinberg“ – was soll man zu dem Klassiker sagen? Am 22. Dezember 1925 hatte das Schauspiel in Berlin seine Premiere und wurde zu einem Erfolg. Unumstritten war „Der fröhliche Weinberg“ allerdings nicht. In ganz Rheinhessen und auch in Zuckmayers Heimatdorf Nackenheim sahen sich gewisse Kreise verunglimpft und karikiert, was in einem Protestmarsch rheinhessischer Winzer zum Mainzer Theater gipfelte.

1952 wurde das Stück unter der Regie von Erich Engel mit Gustav Knuth in der Hauptrolle verfilmt. 1961 folgte eine weitere Verfilmung. Bereits 1927 gab es eine Stummfilm-Fassung. Der Klassiker um den alternden Weingutsbesitzer Gunderloch und seine Zukunftspläne gilt heute längst als ein Stück Zeitgeschichte, wirft er doch einen scharfen Blick auf die Weimarer Republik zwischen dem zurückliegenden Kaiserreich und dem bald aufkommenden Nationalismus.

Reinhard Dietzen spielt die Hauptfigur: Weingutbesitzer Jean Baptist Gunderloch. Foto: Ralph Keim

„Wir führen das Stück in der Originalfassung auf, also ohne Transformation in die Gegenwart“, erläuterte Günter Beck, Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft und im Hauptberuf Mainzer Finanzdezernent. Er selbst spielt übrigens die Rolle von Eismayer, Wirt der „Landskrone“. Die Zuckmayer-Gesellschaft sehe „Der fröhliche Weinberg“ als „durchaus kritisches Sittengemälde“ und den Autor als Humanisten und Menschenfreund. Deshalb das Festhalten am Original.

Am Rande der Probe erinnerte Beck daran, dass „Der fröhliche Weinberg“ normalerweise im Sommer als Freiluftaufführung im alten Ortskern von Nackenheim über die Bühne geht. Im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr sei dies wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen. „Andererseits wollte das Ensemble das Stück unbedingt wieder spielen.“ Da solche Veranstaltungen mittlerweile wieder möglich sind, habe man sich entschlossen, das Stück im November aufzuführen. Bei der Entscheidung zum Aufführungsort sei die Wahl auf das neue Finther Bürgerhaus gefallen.

Kurt Feyerabend führt Regie. Foto: Ralph Keim

Die Aufführungen im Finther Bürgerhaus sind am 25., 26. und 27. November, jeweils ab 20 Uhr, sowie am 28. November, ab 16 Uhr. Die Tickets kosten 20 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Der Einlass erfolgt unter 2G, also nur für Geimpfte und Genesene mit entsprechendem Nachweis.

Die Saalöffnung erfolgt bereits eine Stunde vor Aufführungsbeginn. In dieser Zeit können die Besucher sich mit typisch rheinhessischen Speisen und Getränken bewirtschaften lassen.

Weitere Informationen, auch zu den Tickets, gibt es unter www.carl-zuckmayer.com.

 

Autor: Ralph Keim

Teilen
Vorheriger Artikel„Für die neue Normalität“
Nächster ArtikelSchwimmen auch in der kalten Jahreszeit
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“