Die TSG Bretzenheim vertritt das Rhein-Main-Gebiet beim Futsal in der Bundesliga. Foto: Philip Quint

BRETZENHEIM – Erste Bundesliga made by TSG Bretzenheim: Mit viel Herzblut haben begeisterte Sportler aus dem Mainzer Verein ein kleines Wunder vollbracht. Die mittlerweile eigenständige Futsal-Abteilung der TSG misst sich seit dieser Saison als Gründungsmitglied unter dem Dach des Deutschen Fußballbundes (DFB) Woche für Woche mit den besten Teams aus Deutschland: als einziges Team aus dem Rhein-Main-Gebiet. Als TSG 1846 Mainz unterwegs, liegt das Team aktuell im hinteren Mittelfeld der höchsten nationalen Liga zwischen den Profikadern aus Stuttgart sowie Semiamateuren aus Düsseldorf, Hamburg und Hohenstein-Ernstthal. Am 7. November um 15 Uhr steigt das nächste Heimspiel gegen die Hanseaten von Wakka Eagles in der Sporthalle des Gymnasiums in der Oberstadt.

Das nächste Heimspiel ist am 7. November. Foto: Philip Quint

Christian Wölfelschneider ist von Anfang an dabei. Ein Drittel seines Lebens, umgerechnet elf Jahre, hat der Spielertrainer und Torwart der TSG gewidmet und mit anderen Begeisterten wie Marcus Nungesser aus einem einmaligen Ereignis über eine Trainingsgruppe 2018 die TSG-Futsal-Abteilung aus der Taufe gehoben. 2019 folgte die deutsche Hochschulmeisterschaft. Der „Wolf“ wollte mehr davon.

„Natürlich ist Futsal in Deutschland noch eine Randsportart und es gibt weniger Teams als im Fußball“, schränkt er ein. Soll bedeuten: „Der Weg nach oben ist kürzer.“ Aber nicht unbedingt leichter. Der DFB stellt hohe Anforderungen an der Schwelle zum Spitzensport. Gleichwohl ragen die monetären Ressourcen in der Liga weit auseinander und gehen bis in den mittleren sechsstelligen Euro-Bereich. Die TSGler verdienen damit aktuell kein Geld. Darum ging es auch nicht. „Wir wollten einfach gemeinsam eine coole Geschichte wahr werden lassen.“ Schritt für Schritt, ehrenamtlich hat die Abteilung die Sportart von einer Nichtexistenz nach ganz oben geführt. Ohne externe Mäzene oder gesonderte finanzielle Förderung des Gesamtvereins. „Die Riesenschritte, die wir gegangen sind, kann man den Beteiligten gar nicht hoch genug anrechnen“, meint Wölfelschneider. Zwei Spieler haben unlängst eine Einladung zur Nationalmannschaft erhalten.

„Wir wollen uns etablieren, verlieren aber nicht aus den Augen, woher wir kommen.“

Weltweit wird Futsal seit den 1930er-Jahren gespielt. Hierzulande kommen die meisten Spieler aus dem Bereich Fußball und müssen taktisch-spielerische Dinge erlernen. „Anderes Spielfeld, sprungreduzierter Ball und ein Regelwerk mit beispielsweise kumulierten Fouls und Zeitstopp bei Unterbrechungen und ohne Abseits, auch Elemente aus dem Hand- und Basketball fließen hinein.“ Zwar kommen die meisten TSG-Spieler aus Mainz und Umgebung, doch sind auch japanische und bosnische Kicker im Team. „Man merkt ihnen an, dass sie mit der Sportart aufgewachsen sind.“ Andere fahren eine Stunde oder mehr von Hanau, Darmstadt oder Pforzheim zum Training. „Alles Leute, die einfach Spaß dran haben eine fantastische Sache nach vorne zu bringen.“ Einmal pro Spieltag überträgt der DFB auf der Website ein Futsalspiel live, Highlights von allen Begegnungen kommen obendrauf. Tickets für Heimspiele können unter

https://1846-futsal.de/ticketing/ erworben werden.

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