Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Eines der Gründungsziele des Internets war es, ein Netzwerk von Nutzern zu schaffen, die Informationen zu verschiedenen Themen austauschen können. Als das Internet ausgereift war, entstanden kleinere Gruppen von Menschen, die speziellere Informationen benötigten und bildeten Gemeinschaften, die begannen, sich aufeinander zu verlassen. Im Laufe der Zeit ist jedoch eine Kluft zwischen denen entstanden, die das Internet nutzen, um ihr Gemeinschaftsgefühl zu erweitern und denen, die die Fähigkeit des Internets abwerten, das Gemeinschaftsgefühl überhaupt zu fördern.

Im Internet gibt es ein Überangebot von allem. Als hätte die Menschheit schon seit Jahren auf den Start Anfang der 1990er Jahre gewartet, haben seitdem Milliarden von Menschen ebenso viele Webseiten mit nützlichen und unnützen Informationen erstellt. Einen nicht kleinen Anteil daran haben die Online-Communitys und Foren, auf denen sich Menschen mit gleichen Interessen austauschen. Es gibt sie für alle Themenbereiche und Altersgruppen. Während Studenten sich entsprechenden Webseiten über Studienangelegenheiten informieren, dienen Seniorenportale als Anlaufstelle für die ältere Generation. Auf dieser Stake Casino Community Webseite erfahren Liebhaber des Glücksspiels alles über das beliebte Krypto-Casino und die deutsche Streamerszene um Roshtein, MontanaBlack und Co. All diese Online-Gemeinden führen Menschen mit gleichen Interessen nicht nur im Netz zusammen, sondern es kommt unter Community-Mitgliedern oft auch zu Treffen im realen Leben.

Die Nachfrage nach Online-Communitys ist groß

Die Studie „Modern Communities“ der Full-Service-Forschungsberatung Gfk Roper Consulting zeigt, dass 15 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 22 Prozent der „Influencer“ in der Vergangenheit mehr als sechs Mal eine Online-Community besucht haben. Die Studie definiert Influencer als die aktivsten 10 Prozent der Öffentlichkeit, die in der Regel drei bis fünf Jahre dem Mainstream voraus sind. Darüber hinaus fand die Studie auch heraus, dass 39 Prozent der 18- bis 29-Jährigen in den letzten sechs Monaten mindestens einmal eine Online-Community besucht haben.

Diese Ergebnisse sind nicht unerwartet. Insgesamt sind jüngere Menschen mit einem Online-Leben aufgewachsen und die Tatsache, dass sie daran festhalten, ist nicht verwunderlich. Interessant ist, dass auch 17 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 19 Prozent der über 60-Jährigen in den letzten sechs Monaten mindestens einmal eine Online-Community besucht haben. Dass die jüngere Generation sich mit diesem Medium vertraut fühlt, ist einleuchtend. Aber dass auch ältere Generationen die Kommunikation mit Gleichgesinnten über das Internet suchen, obwohl sie naturgemäß länger brauchen, um sich zurechtzufinden, zeigt, wie sehr das Internet unsere Gesellschaft verändert hat.

Verbundenheit entsteht online ebenso wie offline

Was jedoch viele überraschen mag, insbesondere diejenigen, die alle Computeraktivitäten als entfremdend betrachten, ist, dass die Besucher der Online-Community, unabhängig vom Alter, auch eine bedeutende Verbindung zu ihren Offline-Communitys spüren. Die Studie fand heraus, dass 45 Prozent der Gesamtbevölkerung angaben, sich mit ihrer lokalen Offline-Community-Gruppe verbunden zu fühlen, während 56 Prozent der Online-Community-Besucher angaben, sich ebenfalls mit ihrer lokalen Offline-Community verbunden zu fühlen. Wer also online nach Gleichgesinnten sucht, wird früher oder später das Bedürfnis haben, diese Gleichgesinnten auch persönlich zu treffen. Community-Mitglieder streben diese persönliche Verbindung an, um das, was online passiert, auch auf ihre Offline-Aktivitäten zu übertragen.

Es scheint, dass diejenigen, die an Gemeinschaft interessiert sind, dieses Interesse online und offline aufrechterhalten und dass auch das Gegenteil zutreffen kann. Die Studie ergab, dass eine große Gruppe, die über einen Internetzugang verfügt und in den letzten sechs Monaten mindestens eine Online-Community besucht hat, ein Interesse daran hat, dies auch in Zukunft zu tun.

Insgesamt stellte die Studie fest, dass Gemeinschaften einen großen Teil der Identität der Menschen ausmachen und lokale Verbindungen nach wie vor wichtige Bestandteile des Lebens der Verbraucher sind. Gleichzeitig glaubt fast die Hälfte der Bevölkerung, dass Internet und Technologie die Bedeutung des Wortes „Community“ deutlich erweitert haben.

Diskrepanz zwischen Portalbetreibern und Nutzern

Laut einer Studie von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Freundliche Netzwerke GmbH schätzen Online-Netzwerke ihre Kunden allerdings oft falsch ein. Die Portalbetreiber implementieren oft Funktionen, die kaum genutzt werden. Da sollen Bilder kommentiert, Videos bewertet und auch noch Mini-Games gespielt werden. Solche Funktionen entsprechen oft nicht den Wünschen der Nutzer. In der Studie wurden 46 Community-Betreiber und 172 Community-Nutzer ausführlich befragt und 14 große Netzwerke wie beispielsweise MySpace inhaltlich analysiert.

Laut Studie will der durchschnittliche User weder Blogs noch Mini-Games. Als häufigste Wünsche der User wurden in der Studie eine kostenlose Registrierung, eine gute Suchfunktion und aktuelle Nachrichten zum jeweiligen Thema auf der Startseite genannt.

Zusatzangebote und Gimmicks durch Konkurrenzkampf

Schwangere Frauen, die sich in entsprechenden Communitys Antworten auf ihre brennenden Fragen erhoffen, haben kein Interesse an Zusatzangeboten, die mit Schwangerschaft wenig zu tun haben. Das Internet ist voll von Mini-Games, Blogs oder Newsfeeds. Solche Inhalte sind austauschbar und bleiben deshalb unter der Wahrnehmungsschwelle.

Die Erklärung dafür ist ebenso einfach wie einleuchtend. Mit Zusatzfunktionen wollen sich Portalbetreiber einfach von Konkurrenzangeboten abgrenzen. Es gibt unzählige Studenten-Communitys. Alle diese Anbieter haben dieselbe Kernfunktion. Deshalb wollen sie sich durch allerlei Gimmicks voneinander unterscheiden. Der Nutzer gewinnt dadurch allerdings kaum etwas.

 

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