Freiwillige aus Ober-Olm vor dem Startschuss zur Aktion Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

OBER-OLM – Zwei Stunden Arbeit und am Ende acht blaue Säcke mit Abfall gefüllt, dazu einen Autoreifen aus der Selz gefischt: Das ist die „Ernte“ der ersten offiziellen Müllbefreiungsaktion, die die Freiwilligen aus der Ortsgemeinde Ober-Olm unter dem Banner von „Selz Clean Up“ eingefahren haben. „Das ist wirklich wenig gewesen“, schilderte Beigeordnete der Gemeinde Britta Pajonk-Werner ihre Wahrnehmung, als sie den Ertrag in Augenschein nahm. „Im ersten Moment habe ich mich gewundert, dass die Säcke nicht ganz so voll sind.“ Doch dann sei ihr ein anderer Gedanke gekommen. „Ich sollte froh sein, dass wir nicht so viel Müll gefunden haben“, korrigierten sich die Beigeordnete, die in Ober-Olm den Geschäftsbereich Umwelt und Verkehr verantwortet.

Es gab da schon verwerflichere Ergebnisse wie die 30 illegal entsorgten Autoreifen oder zwei Container voller Müll beim Dreck-weg-Tag. Das alljährliche Reinemachen des öffentlichen Raums erfreut sich bei den Ober-Olmern nebenbei bemerkt hoher Beliebtheit.

Bei „Selz Clean Up“ dabei zu sei, erschien da wie eine logische Konsequenz. „Es ist bedauerlich, dass die Personen, die den Dreck wegmachen, nicht diejenigen sind, die ihn verursachen.“ Zum Glück für Flora und Fauna und die nachfolgenden Generationen gibt es sie aber.

In zwei anderen Gruppen flankierten weitere Freunde von Mutter Natur aus Essenheim (Pro Natur) und aus der Stadt Nieder-Olm (Grüne) die Reinigungsrallye. Gleichwohl waren sie nicht die Ersten. Bereits im Vorjahr berichtete die Lokale Zeitung über die „Selz Clean Up“-Aktion der NABU-Gruppe aus Stadecken-Elsheim, die in Kooperation mit den Pfadfindern aus der Gemeinde jede Menge Müll weggeschafft hat. Der damals geäußerte Wunsch, die Aktion möge weitere Kreise ziehen mit der Unterstützung der Politik und Verwaltung rechnen dürfen, schien nun 2021 somit Früchte zu tragen.

„Selz Clean up “ ist die Fortentwicklung des etablierten großen Reinemachens, das unter dem Slogan „Rhine Cleane Up“ seit 2018 überregional immer mehr an Popularität gewinnt. Die Idee dahinter: den längsten Fluss innerhalb Deutschlands, genauer gesagt, dessen Ufer und die Auenbereiche von der Flussquelle bis zur Mündung von Abfällen zu befreien. Über 30.000 Menschen sollen in den letzten beiden Jahren am „Rhine Clean Up“ teilgenommen haben. „Wir wollen unseren Kindern keine Müllwüste hinterlassen“, resümierte Pajonk-Werner.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.