In der ersten Spielhälfte präsentierte sich das Ober-Olmer-Team (weiß) hervorragend. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

OBER-OLM – Es blieb beim kurzen Ausflug in den DFB-Pokal. Die Begegnung des bundesweiten Wettbewerbs, in den die Frauenmannschaft von SV Ober-Olm durch ein Los gewählt worden war, endete mit einer Niederlage für das rheinhessische Team. Das Spiel fand im Stadion am Engelborn in Nieder-Olm statt. Gegen das Team des Hegauer FV verloren die Kickerinnen aus Ober-Olm mit 1:4.

Bis in die 40 Minute der ersten Halbzeit verteidigten die Ober-Olmerinnen ihr Tor, das Tina Schuhmacher hütete und mit einigen Glanzparaden das Unentschieden nach Kräften festhielt. Bisweilen wagten sich Ober-Olmerinnen in die gegnerische Hälfte. In der 10. Minute hatte Carolin Zimmek eine ausgezeichnete Chance zur Führung auf dem Fuß. Als die Gastmannschaft zwischen der 30. und 40. Minute den Druck erhöhte, wackelte die Abwehr. Ein halbes Dutzend Male versuchte der Hegauer FV die Torfrau Schuhmacher zu überwinden. Meistens mit Angriffen über rechts. Doch sie scheiterten an ihren Paraden oder aber an der eigenen Zielungenauigkeit.

In der 40. Minute nach einem direkten Freistoß aus etwa 30 Metern von halbrechts zappelte das Spielgerät dann links im Ober-Olmer Tornetz. Trotz Rückstand ließen die Rheinhessinnen die Köpfe nicht hängen. Sie orientierten sich gut im Raum, das Stellungsspiel stimmte und ihre Kondition hielt bis zur Pause. Hoffnung erwuchs unter den Fans der Heimmannschaft – insgesamt besuchten rund 380 Fußballfans das Spiel – als keine zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff Zimmek das Ergebnis egalisierte. Der Jubel im Stadion war riesig. Der Stadionsprecher, die bekannte „Stimme vom Bruchweg“ alias Klaus Hafner, ließ die Torschützerin und ihr Team hochleben und bis zum erneuten Führungstreffer für den Hegauer FV (55. Minute) präsentierte sich die rheinhessische Verteidigungslinie passabel.

Auf ihren Ballbesitz verzichteten die Spielerinnen aus der Oberliga Baden-Würtenberg gleichwohl nicht freiwillig. Mehrfach schnappte ihre Abseitsfalle zu. Sie hielten das Leder in eigenen Reihen, dominierten das Spielgeschehen und brachten den SV immer stärker in Bedrängnis. Nach dem weiteren Goal für den FV in der 68. Minute schwanden im SV-Team zunehmend die Kräfte. Kurz darauf folgte der vierte Treffer für die Gäste. In der 90. Minute hatte Hanna Ische noch die Gelegenheit, das Ergebnis auf 2:4 zu verkürzen, doch sie scheiterte an der hochgewachsenen Torhüterin des Hegauer FV.

„Den Mädels geht es mittlerweile wieder gut“, sagte der Trainer der Ober-Olmerinnen, Jochen Berger der Lokalen Zeitung. „Natürlich waren sie enttäuscht. Es gab im Spiel Phasen gerade nach dem 1:1, wo man gemerkt hat, vielleicht ist wirklich etwas möglich.“ Zumal die Tore ein bisschen unglücklich gefallen seien, meinte er. „Anderseits hätten wir noch weitere Treffer kassieren können. In der Summe sind wir zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Die Spielerinnen sind froh, so etwas erlebt zu haben. Es war nicht nur ein Fußballspiel, sondern ein Erlebnis.“ Vom Vorteil könnte das Pokal-Spiel letztlich für den Frauenfußball in der Region werden. „Die Zuschauer haben es nun gesehen: Frauen zeigen auf dem Rasen einen guten Fußball.“

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.