Historischer Rundgang der SPD durch Drais mit dem Bundestagskandidaten Daniel Baldy und Matthias Dietz-Lenssen. Foto: Claudia Röhrich

DRAIS – Auf Einladung der SPD gab es einen Rundgang durch den kleinsten Stadtteil. Am Dorfplatz empfing Matthias Dietz-Lenssen, seit 40 Jahren SPD-Mitglied sowie Autor vieler Bücher über Mainz, Rheinhessen und Kurmainz, die Teilnehmer, darunter auch Bundestagskandidat Daniel Baldy.

Die Zuhörer erfuhren, dass eine frühere Namensgebung von Drais Drisch lautete, abgeleitet vom Wort wasserreich. Wahrscheinlich rührte dies noch von der römischen Wasserleitung, die mal von Finthen nach Mainz verlief, und dabei Drais passierte. Vor 900 Jahren befand sich hier der Olmwald. Nach dessen Rodung gab es einige Höfe, auf denen durchreisende Pilger versorgt wurden. Dafür garantierte der damalige Herrscher, dass die Bewohner ihre Waren in der Stadt Mainz verkaufen durften.

Gebäude wurden schon immer abgerissen oder umgebaut im Ort und ihre Lücken mit mehr oder weniger schönen Neubauten aufgefüllt, kritisierte der Autor. Die alten Bruchsteinhäuser wurden von wohlhabenden Bürgern errichtet, erfuhren die Zuhörer.

Die Panzerstraße ist allerdings jüngeren Datums. Sie wurde erst 1952 fertiggestellt und war lange eine gedachte Bebauungsgrenze. Für viele Draiser galt lange Zeit: „Bis hier hin und nicht weiter.“ Inzwischen existiert hier eine Sportanlage, ein Aussiedlerhof und bald das neue Feuerwehr-Gerätehaus. Busse seien früher über den Dorfplatz gefahren, was nicht selten zu Engpässen führte. 

Die Marienkapelle wurde 1861 von reichen Bürgern auf deren Kosten gebaut. Es durften bis zur Schenkung an die Gemeinde keine Gottesdienste abgehalten werden. Die schönen Fenster werden in der Corona- und Adventzeit in der Dämmerung mit Kerzen erhellt. „Die Kapelle sei ein Spiegelbild der Katholischen Kirche“, warf ein Gast ein.

Teilen
Vorheriger Artikel14 große Müllsäcke gefüllt
Nächster ArtikelSpenden können nie zu viel sein
Seit Februar 2015 bin ich als freie Journalistin bei der Lokalen Zeitung tätig. Zuvor arbeitete ich nach meinem Informatikstudium viele Jahre als IT-Koordinatorin. Seit zwei Jahren bin ich als freie Journalistin im Deutschen Fachjournalistenverband (DFJV) akkreditiert. Die in vielerlei Hinsicht anspruchsvollen oder originellen lokalen Veranstaltungen motivieren mich bei Recherche und Verfassen meiner Artikel.