Alle Jahre wieder: Auch in Bodenheim fanden die Teilnehmer des von der Naturschutzgruppe organisierten Rhine-Cleanups Unmengen an achtlos weggeworfenen Mülls. Foto: red

BODENHEIM – Die Naturschutzgruppe Bodenheim hat auch dieses Jahr wieder den Rhine-Cleanup organisiert. Es ist zwar nur ein kurzer Rheinabschnitt, doch war die Menge an Müll umso erstaunlicher. Besonders direkt an der Böschung zur B9 fanden sich teilweise dreist abgestellte Müllsäcke mit Haushaltsmüll.

Dieses Jahr engagierten sich 25 Männer und Frauen, die 14 große Müllsäcke voll bekamen. Wie auch in den letzten Jahren unter anderem mit Lebensmittelverpackungen, Einweg- und Mehrwegflaschen. Auch Styroporstücke verteilten sich am Rheinufer entlang und zerbröselten teilweise beim Aufsammeln. Zigarettenkippen, deren Inhaltsstoffe die Natur vergiften, durften ebenfalls nicht fehlen.

Neben dem üblichen „Müll“ fanden die Alltagshelden auch ein Fernglas, Kochtöpfe, Autoteile und den Kopf einer Steinfigur.

Wenn man sich den Weg eines Joghurt-Aludeckels anschaut, wird die Misere deutlich: Aluminium wird aus Bauxit hergestellt. Dieses findet man ausgerechnet in Südamerika unterhalb der Regenwaldgebiete. Dort baut man es ab, zerstört hierbei einen der größten Treibhausgasspeicher weltweit – vom Artensterben und der Funktion im Wettergeschehen ganz zu schweigen. Mit Schweröl fahrende Tanker bringen das Bauxit dann z.B. ins tausende Kilometer entfernte Island, wo man billigen Strom durch Wasserkraft nutzt, um die energieintensive Produktion von Aluminium kostengünstig durchführen zu können.

Und zerstört dort durch Staudämme einmalige Naturflächen. Man transportiert das Aluminium dann weiter nach Europa oder in andere Regionen der Welt, wieder tausende Kilometer weit. Damit dort irgendwann in einem wieder energieintensiven Prozess am Ende der Deckel für einen Joghurtbecher hergestellt werden kann. Und dieser wird genau nur für die kurze Zeit genutzt, bis das Joghurt gegessen und der Deckel entsorgt wird – um dann wieder energieintensiv recycelt zu werden.

Für den einen oder anderen scheint es immer noch ein harmloses Kavaliersdelikt zu sein, die Schokoriegelverpackung oder Zigarettenkippe wegzuwerfen, um sie schnell los zu werden. Hier muss klar werden, dass jedes noch so kleine, derart entsorgte Stück Müll Teil des Problems ist.

 

Autor: red

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