Die Mainzer Fastnacht eG spricht sich für die Sitzungen klar für die 2G-Regelung aus. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Keinerlei Sitzungen in den Sälen, keinerlei Fastnacht auf der Straße – die Narren haben die zurückliegende Kampagne, als die Corona-Impfquote noch keine Rolle spielte, noch in „bester“ Erinnerung. Die wenigen Online-Aktivitäten boten nur einen kleinen Ersatz. Inzwischen steht die Kampagne 2021/2022 fast schon vor der Tür, und die Impfquote spielt in den allgemeinen Diskussionen und Planungen eine wesentliche Rolle. Vor diesem Hintergrund hat die Fastnacht eG, die Dachorganisation von 27 Korporationen, eine Empfehlung abgegeben: 2G für die Sitzungen.

Sprich: Zur Saalfastnacht hat nur der Zutritt, der gegen Corona geimpft oder nachweislich davon genesen ist. Diese Empfehlung fußt auf einer von dem Mainzer Unternehmen m-result durchgeführten Umfrage, an der in der ersten September-Woche rund 8500 Personen teilnahmen. Diese Umfrage habe unter anderem ergeben, dass die Mainzer zwar ihre beliebte Saalfastnacht nur zu gerne wieder haben wollen, dass sie auf gesundheitliche Sicherheit aber ebenfalls sehr großen Wert legen.

Aber nur mit 2G könne man größtmögliche Akzeptanz erreichen und für Sicherheit sorgen, so der Vorstandssprecher der eG, Markus Perabo, bei der Vorstellung der Umfrage. Nur Geimpfte und Genesene in den Saal zu lassen, sei allerdings nicht so zu verstehen, auf die ungeimpften Personen Druck auszuüben. „Man muss die Ungeimpften schützen“, verwies MCV-Präsident Reinhard Urban darauf, dass Geimpfte durchaus ansteckend sein können – eben in erster Linie gegenüber ungeimpften Personen.

Oliver Kohl (Vordergrund) von m-result, die die Umfrage durchgeführt hat, und MCV-Präsident Reinhard Urban. Foto: Ralph Keim

Urban ist überzeugt davon, dass in einem Saal voller 2G-Narren die Stimmung durchaus wieder so sein wird wie vor Corona. Das dritte G, das für getestet steht, sei dagegen nicht praktikabel, bekräftigte der MCV-Präsident.

Nun kann man den Einlass zu einem Sitzungssaal problemlos kontrollieren, was ja auch schon vor Corona geschah. Doch wie sieht es „uff de Gass“ aus? Eine Zugstrecke, an der normalerweise bei schönem Wetter 50 000 bis 500 000 Menschen dem närrischen Lindwurm zujubeln, ist so gut wie nicht zu kontrollieren. Auch und gerade, wenn man das dritte G für getestet hinzufügt. Urban räumte indirekt ein, dass man sich dazu noch etwas einfallen lassen müsse.

Immerhin: „Wir planen den 11. 11. fast so wie vor Corona“, kündigte Urban an. Der Schillerplatz habe überschaubare Zugänge, die leicht zu kontrollieren seien – auf 2G. Der traditionelle Kampagnenstart dürfte also 2021 stattfinden. Das gleiche treffe auf die Straßenfastnacht in der Innenstadt ab Altweiberfastnacht zu. Besonders bei der Fastnacht unter freiem Himmel sei jedoch die Abstimmung mit den Behörden unverzichtbar. Nicht zu vergessen die dann geltenden Verordnungen, die wiederum von der Politik erlassen werden.

Während also die Saalfastnacht mit ihren Sitzungen und Ordensempfängen im Januar und Februar als gesichert gelten kann, stehen hinter der Straßenfastnacht noch viele Fragezeichen. Ein wesentlicher Faktor wird die dann vorherrschende Impfquote sein, die sich allerdings seit Wochen nur schleichend nach oben bewegt.

 

Autor: Ralph Keim

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“