Bürgermeisterin Eveline Breyer (re.) überreicht Nelli Jost (Mitte) die Dankurkunde zum 40-jährigen Dienstjubiläum. Nadine Liebers (Amtsleiterin Amt 50), Inge Grebert (Personalrat) und Andrea Chieffo (Leiterin KGH Süd) gratulierten ebenfalls. Foto: Stadt Ingelheim

INGELHEIM – Eine morgendliche Anfahrtsstrecke von einer Stunde nimmt man nur auf sich, wenn man den Beruf aus Leidenschaft ausübt. Für Nelli Jost, Erzieherin im Kindergemeinschaftshaus in Ober-Ingelheim (KGH Süd) und wohnhaft in einem kleinen Ort im Hunsrück, war es selbstverständlich. „Denn dieser Beruf als Erzieherin ist einfach wundervoll.“ 

Nun feierte sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Bürgermeisterin Eveline Breyer gratulierte als zuständige Dezernentin und in Vertretung von Oberbürgermeister Ralf Claus für die langjährige Treue und überreichte ihr neben einem kleinen Präsent die Dankurkunden des Landes Rheinland-Pfalz sowie der Stadt Ingelheim.

Die Jubilarin blickt auf einen sehr bewegten Werdegang zurück. In Tadschikistan deutschsprachig aufgewachsen, arbeitete sie dort 14 Jahre in einer Musikschule als Musiklehrerin. Doch als sie 1990 nach Deutschland kam, hätte sie weitere zwei Jahre studieren müssen, um auch weiterhin ihren Beruf als Musiklehrerin ausüben zu können. „Dies war damals als Mutter von einem kleinen Kind einfach nicht möglich. So schlug ich den Berufsweg als Erzieherin ein“, erzählte sie. 

Nelli Jost liebte ihren Beruf und bereute ihre damalige Entscheidung nicht: „Ich hatte meinen Traumberuf. Erzieherin zu sein ist viel schöner als Lehrerin. Denn diese Nähe zu den Kindern hat mich wirklich immer erfüllt“, schwärmt sie. Dabei spricht sie in Vergangenheitsform, denn sie ist bereits seit zwei Jahren in Altersteilzeit und ab September im Ruhestand. Nach ihrer offiziellen Verabschiedung im Kindergarten vor zwei Jahren habe sie anfangs die Kinder sehr vermisst, „aber mittlerweile überwiegt die Erleichterung, nicht mehr die weite Strecke fahren zu müssen“, gibt die 64-Jährige zu. 

Diese habe ihr doch in den letzten Jahren, nach einem schweren Unfall auf dem Weg zur Arbeit, vermehrt zugesetzt. „Jetzt muss ich nicht mehr um 5 Uhr aufstehen“, ist sie sichtlich erleichtert. So kann sie auch im Ruhestand die Ruhe und Idylle in Dill, einem kleinen Dorf im Hunsrück, genießen und jeden Tag mehrere Kilometer mit ihrem Mann wandern.

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