Melanie Christin Pfeiffer (li.) und „Mombach hilft“-Vorsitzende Daniela Gönner hatten während der Flohmärkte alle Hände voll zu tun. Foto: Ralph Keim

MOMBACH – Die Bilder der schrecklichen Flutkatastrophe, die vor einigen Wochen Teile von Rheinland-Pfalz und NRW heimsuchte, waren nur wenige Stunden alt, da rollte bereits die erste Welle der Hilfsleistungen. Und diese Welle ebbte einfach nicht ab. Doch das hatte bald zur Folge, dass die Macher von Sachspendenaktionen ein Luxusproblem hatten: Sie hatten einfach zu viel von den Spenden – besonders Kleidungsstücke wurden in großem Umfang gespendet.

So auch bei „Mombach hilft“. Der Verein startete ebenfalls einen Spendenaufruf, der sich im Netz schnell verbreitete. Allerdings wurde der Verein von Sachspenden förmlich überrollt. Geschätzt mehr als 100 Tonnen kamen zusammen, überwiegend Kleidungsstücke. „Mit dieser enormen Hilfsbereitschaft hätten wir niemals gerechnet“, so Daniela Gönner, Vorsitzende von „Mombach hilft“. Sogar aus weiter entfernten Kommunen seien die Spenden eingegangen. „Wir haben einen Teil der Hilfsgüter dann mit mehreren Lastwagen in die Krisengebiete gebracht. Aber man konnte dort nicht alles lagern.“

Das ist nur ein kleiner Teil der Sachspenden beim fünften und letzten Flohmarkt. Foto: Ralph Keim

Und so hatte man eine tolle Idee: Die unzähligen Sachspenden, darunter auch Spielzeug, Geschirr, Baby-Kleidung und haltbare Lebensmittel, blieben in Mainz und wurden über insgesamt fünf Flohmärkte abgegeben. „Bei der riesigen Menge haben wir uns darauf geeinigt, die Sachen gegen eine freiwillige Spende abzugeben, ansonsten wäre es einfach nicht handzuhaben gewesen“, so Daniela Gönner.

An fünf Samstagen wurden die Spenden angeboten, zuletzt im Hof der Lemmchen-Schule in Mombach. Mehr als 7000 Euro waren es am Ende des vierten Flohmarkts gewesen. Und die Mainzer Volksbank wird den Gesamtbetrag noch merklich aufstocken. „Das Geld geht an vier Empfänger. Und wir können garantieren, dass es bei denjenigen ankommt, die nach der schlimmen Flutkatastrophe das Geld wirklich gebrauchen können.“ Und die Sachspenden sind nun denjenigen in Mainz zugute gekommen, die es bestimmt ebenfalls gut gebrauchen können.

Der letzte Flohmarkt ging im Hof der Lemmchen-Schule in Mombach über die Bühne. Foto: Ralph Keim

Ebenfalls toll: Auf zahlreiche Helferinnen und Helfer konnte „Mombach hilft“ setzen, als es darum ging, die Flohmärkte zu organisieren. „Eine solche Menge an Spenden bringt man nicht innerhalb von zwei Stunden zum Ort, wo abends ja auch noch alles abgebaut werden musste.“ Melanie Christin Pfeiffer beispielsweise gehörte zu den Spendern. Als sie von der Flohmarkt-Idee hörte, engagierte sie sich kurzerhand auch dafür.

Autor: Ralph Keim

Teilen
Vorheriger ArtikelWohnungen statt Tennisplätze
Nächster ArtikelBegeistert auch die Baudezernentin
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“