Abschied von Praktikant Ali Khello. Foto: Stadt Nierstein.

NIERSTEIN – Ali Khello gehört zu den vielen Geflüchteten aus Syrien. Mit seinen 23 Jahren hat er bereits viel erlebt. Seine Familie stammt aus Aleppo, der zweitgrößten Stadt in Syrien. Wer von dort nach Deutschland flüchten muss, hat eine Wegstrecke von rund 3.300 km vor sich. Der Krieg hatte ihn und seine Familie gezwungen, 2014 diesen Weg zu nehmen, und zwar zu Fuß über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg.

Der Zufall führe ihn nach Nierstein. Der Zufall führe ihn auch zu einer Begegnung mit der Verwaltungsspitze der Stadt. Der gegenüber schilderte Khello seine Vision und sein Vorhaben zum Helfen beim Wiederaufbau seiner zerstörten Heimat. Die schulischen Voraussetzungen hatte er bereits erfüllt. Jetzt ging es um das Sichern eines Praktikumsplatzes als Voraussetzung für ein Studium der Architektur.

Stadtbürgermeister Jochen Schmitt und die Beigeordneten gaben Khello spontan die Zusage für ein berufsbegleitendes Praktikum im Bauhof der Stadt. Das ist mittlerweile ein Jahr her. In der Zwischenzeit konnte sich der junge Mann beim täglichen Wirken im Bauhof die geforderten Kenntnisse aneignen. „In unserem Bauhof sind Mitarbeiter aus sechs verschiedenen Nationen beschäftigt“, berichtet Stadtbürgermeister Schmitt. Von daher war die Integration von Herrn Khello im Team ein Leichtes. Wir haben ihn als äußert wissbegierig, interessiert und engagiert kennengelernt. Schade das die Praktikumszeit nun endet.

Bei einer Verabschiedung im Rathaus im Beisein der Beigeordneten und der Kollegen aus dem Bauhof überreichte Stadtbürgermeister Schmitt Herrn Khello ein Präsent und das ersehnte Praktikumszeugnis als Einstieg für das sein Studium. „Nierstein bedauert den Weggang, hat aber großen Respekt von ihrer Zielstrebigkeit, nämlich der Hilfe beim Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimat.“

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