Lisa Dennebaum (rechts) von der Nachhaltigkeitsinitiative begrüßte Autorin Sylvia Schaab zur Lesung in der Alten Ziegelei. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Plastik wird nicht nur in großen Mengen produziert, sondern auch in großen Mengen in der Natur abgelagert. Plastikmüll findet sich überall, nicht nur im Grünen, sondern auch in den Meeren. Wege zu mehr Nachhaltigkeit zeigte jetzt die Augsburger Journalistin und Bloggerin Sylvia Schaab in ihrem Vortrag „Es geht auch ohne Plastik“ auf, in dem sie vor mehr als 100 Gästen in der Alten Ziegelei auf Einladung der Bretzenheimer Nachhaltigkeitsinitiative aus ihrem gleichnamigen Buch vorlas. „Ich finde das Buch sehr ansprechend, mit vielen lebensnahen Tipps“, erläuterte Lisa Dennebaum von der Nachhaltigkeitsinitiative, warum sie die Autorin und Bloggerin nach Bretzenheim eingeladen hatte.

„Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Reise zu weniger Plastik und mehr Nachhaltigkeit“, sagte Sylvia Schaab zu Beginn. Auslöser für ihr Umdenken war ein Umzug vor sechs Jahren, bei dem sehr viel Müll anfiel. Zudem behandelte ihr Sohn damals das Thema Recycling in der Schule. Ihr erstes Erlebnis war die Suche nach einem plastikfreien Klebstoff. „Es muss auch anders gehen“ ist seitdem ihre Maxime in den Bereichen Einkaufen, Küche, Bad, Kosmetik und Wohnen. Beim Einkaufen denkt sie immer an die eigene Stofftasche und kauft Mehrweg-Milchprodukte im Glas. Mit der Brotdose geht sie zum Metzger und an die Käsetheke und kauft Kaffee im Eine-Welt-Laden. Zudem empfiehlt sie die Unverpackt-Läden, die es in der Region etwa in der Heidelbergerfaßgasse in Mainz und in Nieder-Olm in der Pariser Straße gibt. „Auch auf dem Markt kann man natürlich gut unverpackt einkaufen“, ergänzte sie.

Sylvia Schaab appellierte, auch die Gastronomie zu animieren, bei Mehrwegsystemen mitzumachen. Viel Müll lasse sich etwa vermeiden, wenn etwa die Pizza in der Pizzeria auf dem eigenen Backblech abgeholt wird. Ihr ständiger Begleiter ist die eigene Trinkflasche, die im Refill-System aufgefüllt wird. Alleine Coca-Cola produziere weltweit 88 Milliarden Einweg-Plastikflaschen, verdeutlicht Sylvia Schaab und legt den Finger in die Wunde. Für den eigenen Haushalt empfiehlt sie Bienenwachstücher als Alternative für Alufolie. Gemüse, Käse, Brot und Obst lasse sich prima damit einpacken, nur kein Fleisch.  Beim Autofahren macht sie sich für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h stark, um den Plastikabrieb zu verringern. Die Zuhörerinnen und Zuhörer gaben ihrerseits viele Tipps zu allen Lebenslagen, sodass sich ein interessanter Gedankenaustausch in der Alten Ziegelei entwickelte. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich an den Ständen des BUND, der Nachhaltigkeitsinitiative und der Unverpackt-Läden zusätzlich über Wege zu einem plastikärmeren Leben zu informieren.

Die Bretzenheimer Nachhaltigkeitsinitiative empfiehlt den Film „Plastic Planet“, der unter anderem die Verschmutzung der Meere dokumentiert. Er ist im Internet unter www.bpb.de/mediathek/187448/plastic-planet zu sehen. Das 285 Seiten starke Werk „Es geht auch ohne Plastik“ von Sylvia Schaab ist in zweiter Auflage 2019 im Goldmann Verlag erschienen und ist für 12 Euro im Buchhandel erhältlich.

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Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.