Christoph Hanschke, Jennifer Otto und Anne Bässmann (v. l.) von der „jungen Gruppe“ in der Polizeigewerkschaft wollen solchen Schmierereien den Kampf ansagen. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Wer durch die Stadt geht, dem fällt es immer wieder auf: Graffitis! Die haben auf öffentlichen und auf privaten Flächen eigentlich nichts zu suchen. Besonders schlimm ist es, wenn solche Schmierereien Beleidigungen, Verunglimpfungen und rassistische Hetze ausdrücken.

Die „junge Gruppe“ innerhalb der Gewerkschaft der Polizei will jetzt in Mainz gezielt dagegen angehen. In ihrer Freizeit entfernen die jungen Polizistinnen und Polizisten die Schmierereien – zumindest wenn sich diese auf öffentlichen Flächen befinden, beispielsweise auf der Rückseite von Verkehrsschildern. Denn in solch einem Fall hat die „junge Gruppe“ die volle Unterstützung der Stadt.

OB Michael Ebling unterstützt die Aktion der „jungen Gruppe“ vorbehaltlos. Foto: Ralph Keim

„Uns fielen in der Vergangenheit viele Farbschmierereien mit menschenverachtenden Texten im Mainzer Stadtgebiet auf, die teils auch gegen die Polizei selbst gerichtet waren“, informierten drei „junge Gruppe“-Mitglieder bei einem Termin in der Oberstadt, an dem auch Oberbürgermeister Michael Ebling teilnahm. Um diese Schmierereien möglichst schnell zu entfernen, entschloss sich die junge Gruppe, selbst aktiv zu werden.

Oberbürgermeister Ebling zeigte erfreut über das Engagement. Die „junge Gruppe“ sei auf die Stadt zugekommen. Man habe sofort und gerne die Unterstützung städtischer Stellen zugesagt. „Als Stadt können wir natürlich erst einmal nur an öffentlichen Flächen aktiv werden“, erläuterte der OB. Sollte es sich um eine private Fläche handeln, könnte die Stadt allerdings den Eigentümer kontaktieren und informieren.

In der Agrippastraße in der Oberstadt wurde am Beispiel eines beschmierten Straßenschildes deutlich, um was es geht. Die vier auf der Rückseite des Schildes aufgesprühten Buchstaben stehen in der Szene für eine gezielte Beleidigung gegenüber Polizisten. „Das werden wir als erstes entfernen“, bekräftigten Christoph Hanschke, Anne Bässmann und Jennifer Otto von der „jungen Gruppe“.

Nicht unwichtig: Die Bevölkerung ist aufgefordert, solche Schmierereien zu melden. Unter 0151/26360795 kann als Whatsapp-Nachricht auch ein Foto mitgeschickt werden. Allerdings wollen die Mitglieder der „jungen Gruppe“ nur beleidigende beziehungsweise menschenverachtende Schmierereien entfernen – und das auch nur im Mainzer Stadtgebiet. Ansonsten würde es die Möglichkeiten der „jungen Gruppe“ übersteigen. „Schließlich machen wir das ja in unserer Freizeit“, bekräftigte Christoph Hanschke.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“