Sollte die Bewerbung um die Landesgartenschau Erfolg haben, wird die Nutzung des Volksparks vermutlich für reichlich Diskussionen sorgen.
 Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU – Die Bewerbung der Stadt um die Ausrichtung der Landesgartenschau kommt beim Weisenauer Ortsbeirat überwiegend gut an. „Die Landesgartenschau wäre eine Chance, die Attraktivität von Mainz zu erhöhen“, kommentiert das Herbert Egner (FDP). „Einen immensen Gewinn für Mainz“ prophezeit Tobias Hoffmann (SPD) der Ausstellung, für die im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie angefertigt und präsentiert worden war (die Lokale berichtete). „Auch wenn wir eine Zeit lang Einschränkungen hinnehmen müssen“, sagte Hofmann und spielte damit auf den geplanten kostenpflichtigen Eintritt zu Teilen des Stadt- und Volksparks während der Gartenschau an.

Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) machte darauf aufmerksam, dass die Stadt den zeitweise reglementierten Zugang zu den Parkanlagen gewissermaßen durch die Veredelung anderer Flächen in Weisenau entschädigen wolle. 
In der Machbarkeitsstudie tauchte an der Stelle als Beispiel der alte Friedhof auf. Doch laut Kehrein sei die Aufwertung des Tanzplatzes nicht zuletzt wegen der Nähe zum Rheinufer eine bessere Alternative. „In die Überlegungen, welche Flächen infrage kommen, sollten die Bürger einbezogen werden“, forderte der Ortsvorsteher. In gleicher Weise empfahl Annette Wöhrlin (CDU), die Ideen zur Neugestaltung auf andere Flächen zu lenken. „Ich kann zudem nicht verstehen, dass der Stadtpark über Monate geschlossen bleiben soll.“ Eine Nutzungseinschränkung, die Robert Opara (Grüne) genauso kritisch betrachtete. „Ich sehe ebenfalls den Bedarf, am Tanzplatz anzusetzen“, sagte Opara. 
Sehr scharf griff Oparas Parteikollegin die Machbarkeitsstudie an. Sie sei unglücklich mit dem aktuellen Projekt und irritiert, dass der Volkspark eine so zentrale Rolle im Konzept spielt, meinte Anke Welzenheimer. Mit den Tickets zu Teilen der Parkanlagen schließe die Stadt bestimmte Menschen von der Nutzung der Erholungsflächen aus, so der Tenor ihrer Ausführungen. Zur Zukunftsidee, mit der sich Mainz bei dem Großevent gerne schmücken möchte, gehört ihrer Ansicht nach auch die Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Trotz der Kritik fand der Antrag der Linken, der darum bat, von der Ausrichtung der Landesgartenschau 2026 abzusehen, keine Majorität im Ortsbeirat. Zu groß, zu teuer, konzeptionell nicht durchdacht, argumentierte Jörg Gusek (Linke). „Neue innovative Impulse für den Stadtteil Weisenau fehlen in der Studie.“ Letztlich befürwortete die Mehrheit die städtische Bewerbung, über die der Stadtrat noch entscheiden muss.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.