Modernes Ballett aus Mainz: die Delattre Dance Company beim Weisenauer Kultursommer. Foto: privat

WEISENAU – Die ersten beiden Vorstellungen des Weisenauer Kultursommers sorgten für Begeisterung. „Seit dem Wochenende laufen die Anmeldungen für die weiteren Veranstaltungen top“, sagt Thomas Mann. Der Initiator der Unterstützungsaktion für Kunstschaffende verbirgt seine Euphorie erst gar nicht: „Meine Erwartungen wurden übertroffen“, meint er. Die beiden ersten Auftritte der lokalen Künstler, denen je ein prominenter Pate zur Seite stand, haben in der  ausverkauften evangelischen Kirche von Weisenau jeweils exakt 50 Gäste höchst erfreut.

Die Absicht, Geld für Künstler aus Mainz und Umgebung zu sammeln, goss er gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Britta Busch und dem Schirmherren Peter Krawietz über Monate in Wartehaltung in die Form eines Kultursommers.

Das Gefühl, das sich im Applaus und zwischendrin in den „Bravo“-Rufen nicht nur Publikumsfreude, sondern auch ein Neubeginn verbarg, habe nach eigenem Bekunden nicht nur Mann gehabt. „Die Resonanz während und nach der Eröffnungsvorstellung war überwältigend“, ergänzte die Schauspielerin Gudrun Landgrebe im Interview danach. Als Patin begleitete sie die Darbietung der Tänzer der Delattre Dance Company und der Geigerin Liza Fediukova sowie des Pianisten Xi Zhai. Schon nach der ersten Vorstellung habe sie begeisterte Nachrichten zur Darstellung der Tänzer als auch zu dem großartigen Spiel der Musiker erhalten, sagte Landgrebe. „Für viele der Zuschauer war es wie eine Befreiung, endlich wieder das Gemeinschaftserlebnis Kunst und Kultur genießen zu dürfen.“ Dass die Menschen nach Ästhetik lechzen und diese würdigen wollen, dürfte auch die Spendenbereitschaft belegt haben, die laut Mann „großzügig ausgefallen“ sei. Den Künstlern in der pandemischen Krise zu Auftritten mit einer Gage zu verhelfen ist das eigentliche Ansinnen des Kultursommers, den die Evangelische Kirche und die Benefizaktion gemeinsam firmieren und unter strengen hygienischen Maßnahmen  ausrichten.

Ähnliche Stimmung erfüllte den Kulturort Weisenauer Kirche am zweiten Tag: bei der Darbietung der Cellisten Leo Stoll und Elias Hauth. Der 17-jährige Schüler und der 19-jährige Student präsentierten als „Cello Duo“ gemeinsam mit der Patin Ulrike Neradt ein Konzert mit Gedichten unter dem Motto „13 Monate voll Rock und Pop. Von Erich Kästner bis Nirvana“.

Eine passende Formulierung zum Projekt des Kultursommers fand OB Michael Ebling bei der Eröffnung: „Es ist ein schönes Gefühl gewesen, heute Morgen aufzustehen und zu wissen, heute gibt es wieder Kultur live.“ Noch bis Oktober verspricht die Reihe, mit insgesamt 17 Veranstaltungen dieses Feeling zu erhalten. Anmeldungen und das Programm gibt’s im Internet unter www.ev-kirchengemeinde-mainz-weisenau.ekhn.de.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.