Eine Eisdiele gibt es jetzt im Heiligkreuz-Quartier. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU – Es ist das zurzeit größte Siedlungsbauprojekt in Mainz: Das Heiligkreuzviertel, das in Weisenau entsteht, hat einen Umfang von 30 Hektar. „Es ist praktisch ein neuer Stadtteil“, sagte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) bei der Online-Präsentation des jüngsten Entwicklungsstandes. „Es ist einer der schönsten Bebauungspläne, den wir in Mainz aufgestellt haben“, so die Dezernentin. Da sie den W104, also den Bebauungsplan zur Gestaltung des Heiligkreuzareals, so ansprechend findet, schaut sie jeden Tag darauf: Er hängt an ihrem Arbeitsplatz.

Klimatologische Bezüge wie die Erhaltung des Grüns wurden lange vor der Bewegung „Fridays for Future“ bedacht, hob Grosse weiter hervor. „Klarer Vorzug des städtebaulichen Entwurfs ist die durchdachte und exponierte Grünstruktur.“ Solche Aspekte verhalfen der Konzeption der Büros Hermann und Valentiny und Partner (Wien) sowie Latz und Partner Landschaftsarchitekten (München) zum Sieg. Grosse hob zudem die Qualitätsmerkmale des Konzeptes hervor, die die Unterschiede zwischen sozialgefördertem und privatem Wohnraum in der Architektur und der Gestaltung des öffentlichen Raumes egalisieren. „Das verstehen wir unter qualitativ hochwertigem Wohnen in Mainz.“

Der Bebauungsplan, der 2017 Rechtskraft erlangte, wird 2500 Wohneinheiten umfassen. „Etwa 5000 Menschen finden im Quartier ein Zuhause“, so Grosse. Damit wächst die Einwohnerzahl von Weisenau in spe auf etwa 18.000 an. Der städtebauliche Vertrag sichert 25 Prozent des Wohnraums als sozial gefördert zu. Ein Drittel der Wohnfläche soll als Eigentum und der Rest soll als Mietwohnungen vermarktet werden. Für Ortsvorsteher Ralph Kehrein (SPD) ist der Zuwachs ein Grund, um ein wirksames Verkehrskonzept einzufordern. „Der Ortsbeirat, aber auch die Nachbarn aus der Oberstadt und aus Hechtsheim werden es im Auge behalten.“ Die verstärkte Busanbindung sei für den Anfang gut gelungen. Kehrein:„In der Endausbaustufe bedarf es aber eines Tramanschlusses. Auf die Ergebnisse entsprechender Prüfungen sind wir sehr gespannt“, so Kehrein. „5000 neue Mitbürger sollen die Hechtsheimer Straße nicht in einen Verkehrskollaps treiben.“

Dass die Weisenauer, die schon immer eine Eisdiele im Stadtteil haben wollten, nun eine im Heiligkreuzviertel haben, erwähnte Kehrein auch. Die positiven Aspekte des Riesenprojektes ließen ihn und Grosse vom Plan schwärmen und beispielsweise die Einbindung der neuen Wohnformen hervorheben. „Dank ihnen haben wir einen Leuchtturm in dem Gebiet, der viel für die Sozialstruktur bringt“, so Kehrein. Ebenso erfreulich sei die Fertigstellung der ersten von zwei Kitas.

„Auf dem Baufeld der drei Baugemeinschaften werden demnächst die Bagger rollen“, berichtete Olaf Heinrich von den Mainzer Stadtwerken. Auf drei weiteren der insgesamt 33 Baufelder werde ebenfalls gebaut. Vier Felder sind realisiert, einzelne wurden vermarktet, sie gehen wahlweise bald in den Verkauf. Für fünf andere Baufelder laufen Planungen oder es stehen Wettbewerbe bevor. „Weit über 1000 Wohnungen befinden sich aktuell in der Entwicklung.“ Heinrich führte aus, dass in fünf bis sieben Jahren die Vermarktung abgeschlossen sein könnte. Dass die Stadtwerke im Projekt Wärme, Strom, Wasser und Mobilität aus einer Hand liefern, bedeute Vorteile für die künftigen Bewohner, führte er aus. Die Qualität der Hochbau- und der Freiraumplanung sprechen dafür, dass die städtebauliche Dichte gut funktionieren könne. „Wir sind dabei, die Ziele zu erreichen“, sagte Heinrich.

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Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.